Psalmvertonungen zu Pfingsten

Psalmvertonungen zu Pfingsten

Friedrich-Spee-Chor überzeugt 600 Zuhörer mit kontrastreichem Programm

Trier Es ist ein vielfältiges Programm, welches der Spee-Chor in fünf Proben und einem Probensamstag für das 9. Pfingstkonzert in der Basilika St. Matthias vorbereitet hat. Chorleiter Jan Wilke hat verschiedene Psalmvertonungen ausgesucht, die musikalisch ein breites Spektrum präsentieren. Kompositionen aus dem 16. Jahrhundert von Heinrich Schütz oder Thomas Tallis sind ebenso zu hören wie Stücke von Francis Poulenc, Felix Mendelssohn Bartholdy oder zeitgenössische Werke des Trierer Komponisten Joachim Reidenbach.
Text und Musik der Psalmvertonungen vermitteln dem Zuhörer dabei ein Gefühl des Trosts, der Ruhe und Geborgenheit und erinnern an die Botschaft des Pfingstfestes - auf Gott zu vertrauen.
In diesem Jahr hat der Spee-Chor als Gast die Schlagzeugerin Leonie Klein eingeladen. Die gebürtige Wittlicherin studiert aktuell in Karlsruhe Musik mit Hauptfach Schlagzeug und hat bereits mit dem Spee-Chor zusammengearbeitet. An diesem Abend hat sie drei Solowerke für Schlagwerk mitgebracht, eines, das auf Klangfläche zielt, ein minimalistisches und ein groovendes. Vor ihrem ersten Stück "Póthos" ist es sehr still in der Basilika. Klein hat eine Konstruktion aus verschiedenen Schlagwerk-Instrumenten aufgebaut. Dann beginnt sie auf der linken Seite mit Glockenspiel, Triangel und Becken und arbeitet sich im Verlauf des Stückes nach rechts zu den tieferen Instrumenten weiter. Dieser choreographische Verlauf von links nach rechts ist in der Komposition vorgeschrieben und soll optisch den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang widerspiegeln. Der Titel "Póthos" verweist zudem auf den Gott der griechischen Mythologie, Personifikation der Sehnsucht oder Trauer. Das Werk hat etwas Leichtes, Tänzerisches, Fließendes und spielt mit den vielfältigen Ausdrucks- und Klangmöglichkeiten des Schlagwerks. Als der letzte Ton in der Basilika verklingt, ist die gespannte Atmosphäre zum Greifen nahe. Im Anschluss folgt ein Chorwerk, "Aus tiefer Noth", von Johann Hermann Schein. Es ist diese Abwechslung aus Chorgesang und Schlagwerk, die dem Konzert eine besondere Atmosphäre verleiht. Rhythmus und Gesang werden zudem in den beiden Werken von Joachim Reidenbach zusammengeführt. Das rhythmische Pulsieren der Congas in "Laudate dominum" bildet das Fundament, auf dem sich die Chorstimmen frei entfalten, gibt Struktur und bewirkt ein unglaubliches Anschwellen des Klangs bis zum Schluss des Stückes.
"Das Schöne an der Zusammenarbeit mit Solisten sind die neuen musikalischen Impulse. Uns macht es Spaß, auch mal etwas auszuprobieren und zu riskieren", sagt die Vorsitzende des Spee-Chors, Suse Bauschmid. Dieser Mut zur Abwechslung wird von den Zuhörern mit viel Applaus belohnt.