Pure Romantik

TRIER. Einen romantischen Abend bescherte Thomas Schwab seinen Fans im vom Trierischen Volksfreund präsentierten Konzert "Thomas Schwab & Band - unplugged".

Nach seiner erfolgreichen Produktion "Flori" und der großen Tournee "Christmas Moments" waren die Erwartungen des Publikums an den Bernkasteler Komponisten Thomas Schwab hoch. Schwab wollte am vergangenen Sonntagabend einmal einen neuen Weg gehen."Thomas Schwab & Band - unplugged" hieß das Programm, dass er in einem vom Trierischen Volksfreund präsentierten Konzert in der Trierer Europahalle aufführte. "Diese Musik könnte man auch im Wohnzimmer spielen", hatte Schwab sein Konzert angekündigt, um darauf hinzuweisen, dass ihm die Nähe zum Publikum besonders wichtig ist. Das zeigt sich schon am Anfang des Konzerts. Erwartungsvolle Stille - nur einige Kerzenständer beleuchten die Bühne mitten im Publikum und sorgen für romantisches Licht. Dann wird ein Scheinwerfer eingeschaltet. Thomas Schwab und Band ziehen ein in die mit über 800 Gästen ausverkaufte Europahalle. Die Formation zögert nicht lange, spielt den Opener "Meine Liebe" und reißt das Publikum aus dem Stand heraus mit. Schwab setzt auf eine durchdachte Mischung von poetischen Eigen-Kompositionen und ausgesuchten Coversongs. Seine Dramaturgie kommt beim Publikum an. So zeigt Horst Dietrich sein Gesangstalent bei "Desperados" von den Eagles. Sheryl Hackett hingegen, bekannt als Gastmusikerin bei BAP und Peter Maffay, stimmt die Schwab-Hymne "Du bist nicht allein" an. Flapsige Sprüche vom Komponisten "Wir machen hier den Superstar" sorgen für Lacher und überbrücken die Distanz zwischen Künstlern und Publikum.Guido Illigen sorgt anschließend mit dem Liebeslied "Mit Dir will ich sein" für Romantik - manches Pärchen im Saal hält sich die Hand. Romantik pur versprach auch "Hoch hinaus", ein Liebessong, den es inzwischen auch als CD gibt. Großer Höhepunkt in der ersten Halbzeit des rund drei-stündigen Konzerts: Peter Spangs Interpretation des Beatles-Klassikers "Layla".Während Schlagzeug, Klavier und Rhythmus-Instrumente in der Mitte der Bühne angeordnet sind, bewegen sich Sänger und Gitarristen um diesen Mittelpunkt herum. Freilich sieht das Publikum die Künstler nur in dem Moment, in dem sie sich dem jeweiligen Zuschauerblock zuwenden. Das gibt tanzbaren uptempo-Nummern mehr Pep, wirkt sich aber bei Balladen nicht so stark aus.Im zweiten Teil des Konzertes spielen Simone Clemens und Guido Illigen ihr Talent voll aus. Im Duett singen sie "Im Zeichen der Zeit" mit Saxofon-Unterstützung von Andreas Steffens - ein Song, der Hit-Potenzial hat. Auch Sheryl Hackett beeindruckte das Publikum mit dem Song "I am calling" aus dem Spielfilm "Out of Rosenheim": Kraftvoll und mit dem nötigen langen Atem intonierte sie das Stück a capella. Dazu gehört eine gute Portion Mut. Zum Abschluss - nach standing ovations - erklangen Klassiker der Popgeschichte. Mit Grönemeyer "Flugzeuge im Bauch" und Phil Collins "In the Air tonite" entlässt Schwab sein Publikum, das beschwingt und irgendwie ein Stück glücklicher an diesem Sonntagabend nach Hause gehen kann.