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Quattro-Pop-Festival beim Kulturhafen in Trier

Kultur : Vier Städte, neun Bands und Musik im Quadrat

Ein Festival in einem Jahr ohne Festivals gelingt bei Quattro Pop am Zurlaubener Kulturhafen in Trier ganz formidabel.

Trier Um es gleich vorweg zu sagen: Mit dem Quattro-Pop-Festival im Rahmen des Kulturhafens am neu gestalteten Zurlaubener Moselufer ist der Stadt und den ausführenden Organisatoren ein ganz großer Wurf gelungen.

Die einmalige Atmosphäre vor der Kaiser-Wilhelm-Brücke und den roten Felsen im Hintergrund tut das Ihrige. Vor allem aber sind es die großartigen Musiker, die begeistern. Oberbürgermeister Wolfram Leibe als Präsident des Städteverbundes Quattropole (Metz, Luxemburg, Saarbrücken und Trier) gab den Anstoß und das Musiknetzwerk Trier übernahm (unter der Ägide der Trier-Tourismus-Marketinggesellschaft TTM) die Organisation.

Harmke van der Meer und Florian Stiefel, die selbst Musiker sind, haben den Anspruch zu zeigen, was die Popkultur diesseits und jenseits der Grenzen zu bieten hat. Und das ganz explizit über alle Genregrenzen hinweg, hinein in manche Nische. Wichtig war ihnen, dass die Musiker eigene Songs präsentieren und einen eigenen, unverwechselbaren Stil vertreten.

Und das ist ihnen eindrucksvoll und vollumfänglich gelungen. Insgesamt neun Bands aus den vier Städten treten am Freitag und Samstag an. Um die ganze Vielfalt zeigen zu können, hat jede Band nur ein streng begrenztes Zeitfenster von 40 Minuten. Umso intensiver legen sich die Damen und Herren ins Zeug, die Zuschauer im zweimal mit jeweils über 300 Personen ausverkauften Quadrat eines Amphitheaters mit Moselblick sind begeistert.

Die Bands auch, im Backstage-Bereich direkt am Ufer herrscht viel Betrieb. Manch glücklicher Künstler will gar nicht mehr weg. So soll das auch sein, ist doch das Ziel eines Netzwerkes ausdrücklich die Vernetzung. Kontakte werden geschmiedet, alte Freundschaften aufgefrischt, neue Gigs verabredet.

Das Catering kommt kaum mit dem Nachschub an Stubbis nach und das von Mit-Organisator Uwe Kollmann selbst gekochte Chili-con-Carne liefert die Unterlage dazu. Draußen feiern die Leute, gesittet, geordnet, safe. Wenn Lulu von der Indie-Folk-Band The Yokel aus Frankreich auf der Bühne beim Bluegrass den Derwisch gibt, juckt es wohl einige in den Füßen, aber tanzen ist nicht; klatschen wippen und johlen muss reichen. Alle bekommen reichlich Applaus, mancher wird stürmisch gefeiert.

Bunt gemischt ist das Publikum, vom Familienausflugsverband bis hin zu Hardcore-Fans. Apropos Hardcore, wenn man einen Auftritt hervorheben will, so sind das die Headliner des Samstagabends von Mutiny of the Bounty. Die Luxemburger haben sich mit ihrem harten, schnellen Elektro/Math-Rock über die Szene hinaus einen Namen gemacht und liefern eine unbarmherzig gute und effektvolle Show.

TTM-Chef Norbert Käthler zieht ein positives Gesamtfazit des am Sonntag zu Ende gegangenen Kulturhafens: „Das offene Konzept hat sich bewährt, auch die Zaungäste haben Spaß gehabt, ob Tanz, Kino, Lesung oder Konzert, alle Veranstaltungen seit dem 28. August waren gut besucht, das Publikum und die Künstler glücklich. Und das aufwendige Hygienekonzept hat sich auch bestens bewährt.“