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Rapstar aus Jamaika lässt Rockhal erbeben

Rapstar aus Jamaika lässt Rockhal erbeben

90 Minuten Party ohne Pause, 25 Songtitel, sechs schwarze Handtücher: Sean Paul, einer der populärsten Rapper weltweit, hat bei seiner Show in Esch-sur-Alzette/Luxemburg alles gegeben. 3000 Besucher dankten es ihm.

Esch-sur-Alzette. Mit typischem Irokesenschnitt, Sonnenbrille und schwarzer Lederkluft stürmt Sean Paul die Bühne in der Rockhal. Das Temperamentsbündel aus dem legendären Kingston Town in Jamaika ist voll in seinem Element und nicht zu stoppen. Wo Rapstar-Kollegen wie Pitbull im Designer-Anzug betont cool die Hüften kreisen lassen, hüpft Sean Paul ausgelassen herum.
Nach zwei Liedern wirft er die Jacke weg und lässt seine Muskeln spielen. Hier tanzt der Chef selbst - die beiden Gogo-Girls in engen Bodys dienen nur als Ergänzung. Das gilt auch für die Band mit Schlagzeug, Bass, Keyboard und DJ-Set.Frauenstimmen vom Band


In der ersten halben Stunde tut sich der 41-Jährige noch etwas schwer. Der schnelle Sprechgesang ist live schwierig zu performen, die Texte drohen im dröhnenden Bass unterzugehen. Da hilft auch ein zweiter Rapper nicht entscheidend weiter, der einige Parts übernimmt. Die Frauenstimmen ertönen ohnehin komplett als Playback.
Doch Sean Paul ist Profi genug, um die Wende zu schaffen und seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Er kann nicht nur rappen, sondern überzeugt auch bei melodischen Parts wie in "Other Side of Love", "She doesn\'t mind" und "We be burnin\'".
Seit zehn Jahren laufen seine Hits im Radio rauf und runter. Im sozialen Netzwerk Facebook hat der Jamaikaner mehr als zehn Millionen Fans. Weltstars wie Beyoncé und Rihanna nehmen Titel mit ihm auf.
Sein Musikstil Dancehall verbindet Reggae mit Hip Hop und aktuell auch mit House-Elementen. Die Melodien gehen ins Ohr, der Rhythmus ins Blut. Das Publikum in der Rockhal lässt sich von der ausgelassenen Stimmung auf der Bühne nur zu gerne anstecken und tanzt zum Großteil mit. Auch die wenigen langsamen Nummern haben so viel Groove, dass es in den Füßen juckt.
Sean Paul gönnt sich keine Pause, singt und springt im Akkord. Seine verschwitzten Handtücher wirft er als Trophäen ins Publikum. Die immer wieder angesprochenen "sexy Ladies" greifen beherzt zu. Nach eineinhalb Stunden verabschiedet sich der 41-Jährige mit "Temperature" und der Zugabe "Turn it up".
volksfreund.de/fotos