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Rare Klänge aus Amerika

Rare Klänge aus Amerika

Sehr international sind sie 2014 nicht, die "Internationalen Orgeltage Konz". Dafür setzten sich nach und nach neben Veranstalter Karl Ludwig Kreutz drei Trierer Konzertorganisten an den Spieltisch der Gaida-Orgel in St. Nikolaus. Und die kommen mit neuen Ideen. Erstes Konzert: Sonntag, 16. März.

Konz/Trier. Weite Künstler-Anreisen zum Konzert entfallen. Der vierteilige Orgelzyklus in der Konzer Pfarrkirche St. Nikolaus konzentriert sich im Jahr 2014 auf Trierer Konzertorganisten: Alfred Müller-Kranich (St. Matthias), Martin Bambauer (Basilika) und Josef Still (Dom). Es sei eine "Trierer Runde", sagt Organisator und Hausorganist Karl Ludwig Kreutz, der gleichfalls aus Trier stammt. Wer indessen annimmt, hier würden routinierte Musiker nur ihr Repertoire abspulen, täuscht sich gewaltig. Die Trierer lassen sich auf das Konzept von Kreutz ein: Orgelmusik mit den Schwerpunkten Bearbeitung und Improvisation. Und bringen dazu einige Ideen mit.
So wird Alfred Müller-Kranich das Eröffnungskonzert am kommenden Sonntag (16. März, 17 Uhr) mit einer improvisierten Sinfonie abschließen, fünf Sätze über den Choral "Der am Kreuz ist meine Liebe". Karl Ludwig Kreutz vertieft sich am 15. Juni in Max Regers Mozart-Variationen (Original für Orchester), in eine Orgelversion des "Domine-Deus"-Duetts aus Bachs Messe h-Moll und präsentiert danach ein "Tryptique improvisée".
Martin Bambauer hat am 21. September echte Raritäten parat: anglo-amerikanische Orgelmusik, deren Komponisten in Deutschland weitgehend unbekannt sind - welcher normale Orgelmusikfreund kennt schon John Cook, Charles Hubert Parry oder Edwin H. Lemaire? Für Spannung ist also gesorgt. Und Josef Still (16. November) geleitet die Besucher mit Bartók und ungarischen Raritäten in die Orgelszene Osteuropas.
Mit der Besucherzahl von durchschnittlich 50 Zuhörern pro Konzert ist Kreutz bislang nicht zufrieden, da gebe es noch Potenzial. Ein Grund mehr für die Interpreten-Besetzung im diesjährigen Zyklus. Vielleicht interessieren sich ja auch Trierer für die Auftritte der heimischen Organisten. Die erlebt man in Konz nämlich anders: Sie residieren nicht auf fernen Emporen oder hinter massiven Säulen, sondern musizieren mitten im Publikum.