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Rat stimmt Sibelius-Vertrag nicht zu - Trier muss die neuen Konditionen für den Intendanten bis Ende Juli verabschieden

Rat stimmt Sibelius-Vertrag nicht zu - Trier muss die neuen Konditionen für den Intendanten bis Ende Juli verabschieden

Stadtrat und Verwaltung haben noch genau zwei Wochen Zeit, sich auf einen neuen Vertrag für den Intendanten Karl Sibelius zu einigen. Gelingt ihnen das nicht, hat das Trierer Theater ab dem 1. August keinen Chef mehr, denn Sibelius’ aktueller Vertrag ist befristet und läuft Ende des Monats aus.

Trier. Der Arbeitsvertrag des Intendanten ist eines der bestgehüteten Geheimnisse in der Trierer Politik. Verdient Karl Sibelius tatsächlich mehr als Oberbürgermeister Wolfram Leibe? Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nie, ein klares Dementi aber auch nicht.Stichtag 1. August


Mittlerweile spielt es aber auch keine Rolle mehr, wie hoch das Gehalt des Generalintendanten ist, denn er ist kein solcher mehr. Der Stadtrat hat beschlossen, die Leitungsstruktur zu ändern und das Theater in Zukunft von einem gleichberechtigten Duo leiten zu lassen (der TV berichtete).
Das bedeutet, Karl Sibelius bekommt einen neuen Vertrag. Bevor dieser nicht vorliegt, wird der Österreicher sich nicht dazu äußern, ob er überhaupt in Trier bleiben will - das hat er mehrmals betont.
Ein Entwurf dieses neuen Vertrags, der ab dem 1. August gelten soll, legte die Stadtverwaltung dem Stadtrat am Donnerstagabend zur Beratung und Abstimmung vor. Das geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Rat stimmte dem Papier nicht zu, sondern reichte es an den Kulturdezernenten Thomas Egger (SPD) zur Nach- und Neubearbeitung zurück.
Das setzt die Stadt Trier gewaltig unter Zeitdruck, denn wenn zum 1. August kein gültiger und unterzeichneter Vertrag vorliegt, drohen sehr unangenehme Konsequenzen.
Die Stadt braucht keine Änderungskündigung, um Karl Sibelius mit einem neuen Vertrag auszustatten. Sie muss lediglich den aktuellen befristeten Vertrag zum 31. Juli auslaufen lassen. Die Konsequenz: Ab dem 1. August hat das Theater keinen Intendanten mehr. Deshalb muss schnell etwas geschehen. "Noch im Juli wird der Steuerungsausschuss zu einer Sondersitzung zusammentreten, um über eine bearbeitete Neufassung des Vertrages zu beraten und diese zu verabschieden", sagt Hans-Günther Lanfer, der Leiter des Presseamts Trier. Lanfer bestätigt auch, dass der aktuelle Vertrag des Intendanten zum Monatsende ausläuft: "Zum 1. August muss hier eine Entscheidung fallen."
Sollte der Stadtrat auch einer neuen Fassung nicht zustimmen oder sollte Sibelius den neuen Vertrag ablehnen, droht der Trie rer Kultur der nächste Gau: Monate ohne einen Intendanten, die völlig von vorn beginnende Suche nach Kandidaten, ein neuer gewaltiger Imageschaden. "Die Gefahr ist groß", sagt ein Stadtratsmitglied, das verbotenerweise über eine nichtöffentliche Sitzung spricht und deshalb namentlich nicht genannt werden will.
"Der Unmut im Rat war gewaltig. Der neue Vertrag ist ebenso wie der alte hervorragend dotiert, im Rathaus verdient niemand so viel. Herr Sibelius kann uns jetzt den Boden unter den Füßen wegziehen, wenn er will. Es gab das Argument, die Geschichte zu beenden und seinen Vertrag auslaufen zu lassen."
Damit wäre die Intendanz des Karl Sibelius mit einer letzten Eskalation endgültig gescheitert.