Raus aus den Babyschuhen

BITBURG/PRÜM. Taktvoller Beginn: Mit einer Kombination aus Lesung und Konzert sind die zweiten Mozartwochen Eifel, präsentiert vom Trierischen Volksfreund, im Bitburger Haus Beda eröffnet worden.

Ohne Reisen, hat Wolfgang Amadeus Mozart einmal gesagt, sei der Mensch "wohl ein armseliges Geschöpf". Das passt zum Auftakt der Mozartwochen Eifel (der TV berichtete) im Festsaal des Hauses Beda: Denn Georg Mais, künstlerischer Leiter der Konzertreihe, rezitiert vor geladenener, aber nicht allzu zahlreicher Zuhörerschaft Texte und Briefe der Mozart-Familie rund um dessen Parisreise. Eine "lockere Ouvertüre", wie er es nennt, die er aber nicht alleine spielt. Mais' musikalische Mitstreiter: Das Kammer-Ensemble der Kreismusikschule Bitburg-Prüm, das unter der Leitung von Herbert Fandel steht.Viele Karten sind bereits verkauft

Es ist die zweite Konzertreihe mit Musik des früh vollendeten und viel zu früh verstorbenen Salzburger Wunderkinds, nach dem erfolgreichen Erstversuch vor drei Jahren. Und bereits jetzt sind, wie Organisator Georg Sternitzke bei der Pressekonferenz am Nachmittag gut gelaunt berichtet, viele Karten für die folgenden 13 Konzerte unters Volk gebracht. "Das Abschlusskonzert hätten wir zweimal verkaufen können", sagt Mais. Dennoch beruhigt Sternitzke die Mozartliebhaber: "Es sind noch Kapazitäten frei." Die Konzertreihe ist gewachsen: mehr Aufführungen als noch vor drei Jahren, mehr Veranstaltungsorte, auch im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel. Und mutige Experimente. "Die Kunst lebt ja auch vom Kontrapunkt", sagt Mais. Einen solchen bietet man zum Beispiel am Sonntag, 13. November, in Jünkerath: Um 17 Uhr spielt die Bläserharmonie der Musikhochschule Köln in der Gießerei der Demag Ergotech. Ein Ensemble, sagt Mais, "das neugierig ist auf Neues" und deshalb gut ins ungewöhnliche Umfeld passe. Das alles hätte, bei einem beträchtlichen Budget von rund 100 000 Euro, nicht ohne eine ganze Reihe von Sponsoren funktioniert, wie Georg Mais betont. "Beeindruckt, begeistert und glücklich" sei er deshalb darüber, "dass wir hier so ein Team zusammen haben". Rudi Rinnen vertritt als Sprecher der Volksbank Bitburg an diesem Tag die Sponsoren-Riege: "Es ist bemerkenswert, dass sich eine zunächst auf Prüm konzentrierte Reihe so entwickelt hat", sagt er. "Und das große Interesse zeigt, dass wir auf bestem Weg sind, die Eifel hoffähig zu machen." Und zwar nicht nur durch "Wolferl" alleine: Rinnen nennt die Antikenfestspiele, das Eifel-Literaturfestival, die Moselfestwochen als weitere Beispiele. "Wir haben sehr viel Kulturelles anzubieten. Und das strahlt über die Region hinaus." So sieht es auch Mathilde Weinandy, als Prümer Stadtbürgermeisterin zugleich Gastgeberin bei zwei Konzerten. "Man kann es nicht genug herausstellen, dass sich hier in der Eifel so etwas entwickelt hat." Und in punkto Einigkeit zwischen Politik, Kunst und Wirtschaft "sind wir Vorreiter. Darauf können wir stolz sein." Es wird übrigens keine drei Jahre bis zum nächsten Mozart-Fest in der Region dauern: 2006 jährt sich der Geburtstag des Komponisten zum 250. Mal. Weitere Projekte sind geplant

"Wir müssen natürlich im Mozartjahr irgendetwas tun", bekräftigt Georg Mais, und denkt dabei an "ein Herbstwochenende mit vielleicht zwei Veranstaltungen". Das Gleiche gilt für 2007, wenn Luxemburg europäische Kulturhauptstadt wird: Auf Anfrage der Initiative Region Trier, berichtet Rinnen, werde es ebenfalls einen Amadeus-Beitrag geben, bevor dann 2008 wieder die dritten Mozartwochen anstehen. Wohlklingende Zukunftsmusik für alle Mozart- und Klassikfreunde. "Aber jetzt", sagt Georg Mais, "wollen wir erst einmal unser Festival über die Bühne bringen". Das ausführliche Programm und weitere Informationen erhält man bei der Tourist-Information Prümer Land, Telefon 06551/505, E-Mail ti@pruem.de. Internet-Adresse: www.mozartwochen-eifel.de

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