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Reammon rockt leider nur vereinzelt richtig ab

Reammon rockt leider nur vereinzelt richtig ab

Ein Hauch von Abschied hat über dem Reamonn-Konzert im Rockhal-Club gelegen, dem wahrscheinlich letzten in der Region vor der angekündigten Auflösung.

Esch/Luxemburg. Sänger Rea Garveys gewohnt sympathisch zwischen den Songs vorgetragene Lebensweisheiten klingen eine Spur melancholischer als sonst: Beim Reamonn-Konzert im Rockhal-Club herrscht eine gewisse Abschiedsstimmung.

Unter Verzicht auf eine überbordende Show feuert die Band das ganze Programm ihrer populären Titel ab, ohne Überraschungen, aber auch ohne Schwächen. Erstaunlich, wie viele Ohrwürmer Reamonn innerhalb eines Jahrzehnts produziert hat, wie viele Titel mit Wiedererkennungswert das Programm bietet, obwohl die Band es nur zwei Mal in die Top Ten der Charts geschafft hat. Das dürfte damit zusammenhängen, dass Reamonn formatradiotauglichen Rock bietet - so nah am Pop, dass die gängigen Sender die Songs oft einsetzen.

Live wird erkennbar, dass die Musiker eigentlich dann am besten sind, wenn sie richtig abrocken - was sie sich leider nur vereinzelt erlauben. Bei den Hits wie "Tonight", "Eyes of a child", "Serpentine" oder "Moments like this" bleibt man eher brav beim Radio-Edit. Zum Finale kommt "Yesterday", die Single-Auskoppelung der aktuellen "Eleven"-Tour, fetzig über die Rampe, und dann liefert man mit "Supergirl" endlich mal eine kreative, neu interpretierte Version.

Zufriedenes Publikum, auch dank des hochinteressanten Münchener Singer-Songwriters Jacob Brass im Vorprogramm.

"Vielleicht treffen wir uns irgendwann wieder", ruft Rea Garvey zum Abschied.

Mal sehen, in welcher Konstellation.