Requiem aus deutschen und polnischen Kehlen

Erfolgreiche deutsch-polnische Gemeinschaftsproduktion: Chor und Orchester des "Collegium Musicum" der Trierer Universität und der akademische Krakauer Chor "Camerata Iagellonica" haben am Sonntag in der Pfarrkirche in Trier-Heiligkreuz ein umjubeltes Konzert gegeben.

 Der musikalische Nachwuchs aus Trier und Krakau zeigte sich in Bestform. TV-Foto:Dirk Tenbrock

Der musikalische Nachwuchs aus Trier und Krakau zeigte sich in Bestform. TV-Foto:Dirk Tenbrock

Trier. Aufgeregtes und erwartungsfrohes Stimmengewirr erfüllt die rappelvolle Heiligkreuzer Pfarrkirche. Doch schon vom ersten Takt an herrscht andächtiges Schweigen. Viele junge Musiker und zahlreiche Besucher haben sich am Sonntagabend zu einem besonderen Konzert eingefunden. Das "Collegium Musicum" - Chor und Orchester der Uni Trier - sowie der befreundete Akademische Chor der Jagiellonen-Universität aus dem ponischen Krakau sind gemeinsam angetreten, um dem Trierer Publikum ihr Können zu präsentieren. Den Anfang macht das Orchester der Universität Trier mit der Passacaglia von Bach unter der Leitung von István Dénes. Der ehemalige Generalmusikdirektor des Trierer Theaters hatte kurzfristig den Taktstock des ausgeschiedenen Alexander Mayer übernommen, dessen Stelle als Leiter des "Collegiums" im Moment noch vakant ist. Erstaunlich geschlossen präsentiert sich das Orchester, saubere Streicher und imposante Bläser sorgen für einen Auftakt nach Maß.

Fremde Klänge bekommen viel Applaus



Dann folgt der Chor der Universität Krakau, die "Camerata Iagellonica" unter der Leitung von Wlodzimierz Siedlik. Beeindruckend leidenschaftlich und bezaubernd singen die jungen Polen Werke ihres Landsmannes Józef Swider. Die sakrale Musik klingt für deutsche Ohren zwar fremd, gewinnt das Publikum jedoch im Sturm und wird mit frenetischem Applaus bedacht.

Höhepunkt des Abends ist das Requiem von Gabriel Fauré, ein anspruchsvolles Werk mit einigen ganz zauberhaften Momenten. Imposant der gemeinsame Auftritt des Trierer Orchesters und Chores mit der "Camerata Iagellonica". Trotz der kurzen Probenzeit gelingt der Auftritt fast perfekt. Scheinbar mühelos fügt sich die Musik zusammen, viele Zuhörer schließen ergriffen die Augen, eine wahrlich reife Leistung.

Die ehemalige Solo-Sopranistin des Trierer Theaters, Eva-Maria Günschmann, hat einen umjubelten Gastauftritt, Domorganist Josef Still brilliert, allein Bariton Jurij Zinovenko verblasst etwas gegenüber den strahlenden jungen Stimmen des polnischen Chores. Ein denkwürdiges Konzert, das vom Publikum mit langem Applaus bedacht wird.

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