Rezension: Blutmond von Katrine Engberg

Literaturkolumne : Eine zauberhafte Stadt und eiskalte Morde

In Afrika heißt es bei Blutmond, dass sich Sonne und Mond im Krieg befinden. Unruhe und Veränderung stehen der Erde bevor. So in etwa steht es im Klappentext des zweiten Romans von Katrine Engberg. Und es bewahrheitet sich: Die Fashion Week in Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks, steht unter keinem guten Stern, als sie kurz vor dem astrologischen Großereignis mit einer rauschenden Party und vielen prominenten Gästen eröffnet wird…

Die dänische Autorin Katrine Engberg hat mit „Blutmond“ den zweiten Band der Kopenhagener Krimiserie nach ihrem Debütroman „Krokodilwächter“ um die Ermittler Jeppe Kørner und Anette Werner geschrieben. Auch wenn es der zweite Band ist, ist es nicht zwingend erforderlich, das erste Werk der Autorin gelesen zu haben. Im zweiten Teil kommen zwar Figuren und Geschichten aus dem ersten Roman vor, die Handlung erschließt sich trotzdem problemlos.

„Blutmond“ beginnt in einer klirrend kalten Nacht im Januar. Die winterliche Stadt Kopenhagen, der dunkle Park, die Gebäude – liebevolle Beschreibungen zaubern Bilder vor die Augen der Leser. Ein Mann stirbt am Rand der Fashion Week.

Die Handlung des Romans springt mitten rein in die Geschichte, in der die dänische Modewelt vom Tod eines Partygastes erschüttert wird. Der Designer Alpha Bartholdy, getötet mit Abflussreiniger, ist der erste Tote einer Serie von Morden, die alle auf die gleiche Art und Weise ausgeführt werden – und damit das Ermittlerteam und ihre Helfer in Alarmbereitschaft versetzen. Jemand hat es auf Prominente abgesehen. Doch mit welchem Motiv?

Nach und nach erscheinen immer neue Personen auf der Bühne, bleiben für kurze Zeit und verschwinden dann wieder, um an einer anderen Stelle wieder aufzutauchen. Katrine Engberg zeichnet in ihrer Geschichte viele Nebenschauplätze. Was auf den ersten Blick etwas verwirrend erscheinen kann, führt den Leser stets an der Seite der Ermittler durch den Fall. Hier und da stiftet die Autorin Unruhe durch private Querelen, mit denen sich Jeppe und Anette herumschlagen müssen. Private Probleme und Gedanken der Ermittler finden immer wieder ihren Weg in die Geschichte.

„Blutmond“ ist kein Buch, das seinen Lesern schlaflose Nächte bereitet. Aber es ist ein spannender Kriminalroman, der sich flüssig lesen lässt und gute Unterhaltung bietet.

Patricia Prechtel

Katrine Engberg, Diogenes Verlag, 480 Seiten, 24 Euro, ISBN-10: 3257070586

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