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Rheinklänge am Reichstag

Rheinklänge am Reichstag

Rheinland-pfälzische Kulturangebote in der Bundeshauptstadt bekannt zu machen: Zu diesem Zweck lud die Landesvertretung zu einem Non-Stop-Konzert in ihr idyllisches Domizil "In den Ministergärten" ein.

Berlin. (DiL) Wo sonst so spannende Veranstaltungen wie das "Bitburger-Tischkicker-Turnier" und das "Dachterrassen-Kino" die hauptstädtischen Massen vom rheinland-pfälzischen Wesen begeistern sollen, war am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein eine stimmungsvolle Mixtur aus Kultur und Picknick angesagt.Neun Stunden lang servierten Solisten, Trios und Quartette edelste Perlen der Kammermusik im hauseigenen Veranstaltungssaal mit Blick auf den Reichstag. Wer eine Pause brauchte, konnte es sich auf gut gepolsterten Decken im lauschigen Garten der Landesvertretung gemütlich machen, ohne den musikalischen Genuss zu versäumen - alles wurde live übertragen. Selbst bis auf die Dachterrasse, die einen imposanten und architektonisch aufschlussreichen Blick auf das benachbarte Holocaust-Denkmal ermöglicht, klangen die Mozart-, Schubert- und Brahms-Töne, die eher sozialverträglich als progressiv zusammengestellt waren. Haupt-Initiator der Veranstaltung, die zur Freude von Kultur-Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig Hunderte von durchweg beeindruckten Berlinern, aber auch manchen Exil-Rheinland-Pfälzer anlockte, waren die landeseigene Stiftung "Villa Musica" und das Festival "Rhein-Vokal". Stolz konnte der künstlerische Leiter Prof. Klaus Arp darauf verweisen, dass viele der eingeladenen und inzwischen arrivierten Künstler einst Stipendiaten der "Villa Musica" waren. Entsprechend dem Titel "Rhein-Klänge" wurde ebenso kräftig wie effektvoll die Werbetrommel für die großen Festivals im Rheintal gerührt. Betrüblicherweise blieb die Mosel gänzlich außen vor - zumindest ein paar Prospekte hätten sicher nicht geschadet. Aber für die nächste Auflage, die nach der erfolgreichen Premiere folgen dürfte, stellte Villa-Musica-Geschäftsführer Kurt Karst Besserung in Aussicht: Man könne sich durchaus eine Beteiligung des Mosel-Musikfestivals vorstellen.