Im saarländischen Püttlingen Positives Fazit für Rocco del Schlacko – erste Künstler für 2024 sollen angekündigt werden

Das Rocco del Schlacko-Festival 2023 lieferte dank tollem Publikum und Top-Künstlern einen denkwürdigen Finaltag. Das Fazit des Veranstalters fällt durchweg positiv aus.

 Crowdsurfer bei dem Auftritt von Electric Callboy auf dem Rocco del Schlacko.

Crowdsurfer bei dem Auftritt von Electric Callboy auf dem Rocco del Schlacko.

Foto: Saarbrücker Zeitung/Lena Ziegler

Rock-Festivals sind zuweilen wundersame Orte, an denen Dinge passieren, die sonst wohl nirgends möglich wären. Doch das hatte es wohl bisher noch auf keinem anderen Festival je gegeben. Als sich am Samstagabend ein als Erdbeere verkleideter Fan gemeinsam mit Donots-Sänger Ingo Donot auf einem Sofa sitzend von der jubelnden Menge über die Püttlinger Sauwasen tragen ließ, neigte sich die Stimmung am letzten Tag des Rocco del Schlacko dem Siedepunkt entgegen. Die „Erdbeermann“-Sprechchöre dürften gut und gerne noch in Püttlingen zu hören gewesen sein.

Donots packen das Sofa aus

„Das Rocco ist unser zweites Wohnzimmer, da kann man schon mal ein Sofa auspacken“, rief Donot dem Publikum entgegen. Zum neunten Mal trat die Band aus Ibbenbüren auf den Sauwasen auf und machte ihrem Ruf als Stimmungskanone alle Ehre. Bereits ab dem ersten Lied hatten die fünf Musiker – von bengalischen Feuern in der Menge in rotes Licht getaucht – die Standfestigkeit der Bühne auf die Probe gestellt und zelebrierten mit den Fans ein bis zum Schluss großartiges Konzert.

Doch es war bei Weitem nicht der einzige Höhepunkt am Final-Tag des Rocco. Bereits in den Stunden zuvor hatten zahlreiche Acts den Festivalgängern, die trotz Regens in der Nacht zum Samstag und am Vormittag unentwegt bester Laune waren, ordentlich eingeheizt. Begonnen hatte es am frühen Nachmittag auf der kleineren Ponyhof-Bühne mit den Saarbrücker Lokalmatadoren von Good Looking Wilson. Weiter ging es dann mit der saarländischen Nu-Metal-Combo From Fall to Spring, die den Konzertreigen auf der Hauptbühne eröffneten und einen energiegeladenen Auftritt hinlegte.

Das Leben ist kein Ponyhof: Im Schlamm werden alle glücklich

Anschließend schlug das Trio von Blond etwas ruhigere, aber keineswegs weniger hochklassige Töne an. Die beiden Sängerinnen Nina und Lotta Kummer – Schwestern des Rappers und Kraftklub-Frontmannes Felix Kummer – hatten ordentlich Stimmung im Gepäck und ließen das Rocco tanzen. Auf dem Ponyhof verwandelte parallel die Band Berliner Rockband Engst den Platz vor der Bühne in einen großen Pogo-Kreis aus Schlamm und Dreck. So mancher Festivalgänger dürfte wohl mehr als nur eine Dusche gebraucht haben, um sich wieder vom Matsch zu befreien.

Währenddessen hatte sich den Platz vor der großen Bühne dann pünktlich zum Auftritt des Sängers Schmyt. Der wolkenverhangene Himmel riss während des Auftritts des charismatischen Sängers auf und die Sonne kam zum Vorschein. Als die Menge im Takt der Musik wippte, beschlich einen das Gefühl, dass der dritte Rocco-Tag endgültig an Fahrt aufgenommen hatte. Auf der zweiten Bühne gab es derweil von der Ska-Punk-Band 100 Kilo Herz etwas auf die Ohren.

Tokio Hotel lassen den Monsun über dem Sauwasen hereinbrechen

Als gegen 19.30 Uhr unter lautem Gekreische vornehmlich weiblicher Fans dann die ersten Töne von Tokio Hotel erklangen, fühlte sich manch einer wohl schlagartig nochmals einige Jahre jünger. Die vier Magdeburger, die 2005 mit ihrem Hit „Durch den Monsun“ einen unglaublichen Hype ausgelöst hatten, stellten unter Beweis, dass sie auch Festival können. Spätestens als Sänger Bill Kaulitz eben jenen Hit ankündigte und sich das Rocco im Chor durch den Monsun sang, gab es kein Halten mehr. Selbst, wer kein Fan der Band ist, stimmte mit ein. Auch 18 Jahre nach ihrem Durchbruch war die Faszination, die sie ausüben, immer noch spürbar.

Die Vorlage, die ihm die Donots mit ihrer danach folgenden Show geliefert hatten, nahm dann Hip-Hop-Star Peter Fox als letzter Act auf der Hauptbühne gekonnt auf. Mit den Zuschauern mobilisierte der Seeed-Frontmann nochmals alle Energie, die nach drei harten Tagen noch übrig war. Er traf zum Abschluss noch ein letztes Mal voll den Nerv der Rocco-Besucher und verabschiedete sie mit einem großartigen Finale in die Nacht. Auf dem Ponyhof machten dann die Indie-Combo Kaffkiez und der Rapper Disarstar eben jene zum Tag und beschlossen das Festival.

Broilers bringen den Rocco zum Kochen

Tags zuvor hatten bereits Künstler wie die Punk-Band Broilers, der Rapper Sido, The Subways oder Frank Turner für ein stimmungsgeladenen zweiten Festivaltag gesorgt. Vor allem die Punkrocker der Broilers hatten das Rocco regelrecht zum Kochen gebracht.

Indes zog Festival-Chef Thilo Ziegler am Sonntag ein positives Fazit der drei Tage. „Es war in allen Belangen ein tolles Rocco. Sowohl musikalisch als auch in Sachen Stimmung und alles ist ohne Zwischenfälle verlaufen“, sagte er. Bereits am Sonntag startete der Verkauf der ersten 5000 Frühbucher-Tickets für das kommende Jahr. Zudem kündigte Ziegler an, in Kürze die ersten Künstler für 2024 bekannt zu geben.

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