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Römischer Goldschatz als Inspirationsquelle

Römischer Goldschatz als Inspirationsquelle

Unter dem Motto "Mein Schatz" ist der deutschlandweite Schülerwettbewerb "Lyrix" im Rheinischen Landesmuseum in Trier eröffnet worden. Rund 50 schreibbegeisterte Schüler haben sich dabei von den Ausstellungsstücken und von geübten Poeten inspirieren lassen.

Trier. "Dichten ist die Ehre, Verwirrung stiften zu dürfen." Diese Worte stammen nicht von einem längst verstorbenen Dichter, sondern von Poetry-Slamer Bas Böttcher, einem der Workshopleiter im Rheinischen Landesmuseum Trier. Gemeinsam mit etwa 50 Schülern aus Trier, Cochem, Pirmasens und Montabaur haben er und seine Kollegin Josefine Berkholz Gedichte unter dem Motto "Mein Schatz" erarbeitet. Dabei nutzten sie Kreativitätsspiele, ließen die Schüler Assoziationen auf riesige Blätter schreiben, Reime von Ohr zu Ohr flüstern, um schließlich ein Gedicht aufs Papier zu bringen.
Bereits zum sechsten Mal wurde der Schüler-Schreibwettbewerb "Lyrix" von Deutschlandradio Kultur/Deutschlandfunk und dem Deutschen Philologenverband ausgerufen und zusammen mit zwölf Museen in ganz Deutschland organisiert. Zum Auftakt in Trier wirkten gleich zwei Museen mit, das Rheinische Landesmuseum Trier und das Stadtmuseum Simeonstift. "Es ist eine hohe Ehre für die Museen, dabei zu sein", betonte der Kulturstaatssekretär für Rheinland-Pfalz, Walter Schumacher bei der Eröffnungsveranstaltung.
Bereits zum dritten Mal fiel der Startschuss für den deutschlandweiten Dichterwettbewerb im Landesmuseum, das in diesem Jahr eines seiner wichtigsten Exponate in den Mittelpunkt stellte: den größten jemals entdeckten römischen Goldschatz, der Inspiration für das Workshopmotto "Mein Schatz" war.
"Lyrix besteht aus zwei Komponenten: Einmal dem Motto, das sich an einem Museumsobjekt orientiert, und einmal dem Workshop im Museum. Es ist kein Wettbewerb im Internet, sondern etwas Greifbares und Erlebbares", erklärte Anne Kurtze vom Landesmuseum.
Die 20-jährige Josefine Berkholz hat dieses Erlebnis bereits im Alter von 14 Jahren mitgemacht und dabei sogar einen der Lyrix-Wettbewerbe gewonnen. Heute studiert sie in Leipzig "Literarisches Schreiben" mit dem Plan Schriftstellerin zu werden: "Traum klingt immer etwas naiv, aber es ist meine Vorstellung, mein Plan. Und wenn er noch nicht Hand und Fuß hat, so hat er immerhin schon einen Fuß." Sie sieht die Workshops als eine gute Übung, mit der Schreibbegeisterte nicht früh genug anfangen könnten.
Der 16-jährige Schüler Florian Adam schreibt vor allem dann, wenn ihn ein Thema besonders berührt. Von dem Workshop erhofft er sich neue Herangehensweisen an ein Thema zu lernen, "mal anders als im Unterricht".
Der Wettbewerb wird einmal pro Monat für Schüler der fünften bis 13. Klasse veranstaltet. Die besten Gedichte werden vom Deutschlandradio Kultur veröffentlicht. Zwölf davon erhalten einen Preis. Keinen Geldpreis, aber eine Reise nach Berlin, um dort Gleichgesinnte zu treffen und (Schreib-)Freundschaften zu schließen. Schließlich sind Freundschaften oft genauso wertvoll wie ein Schatz.
Den ganzen November lang bieten die beiden Trierer Museen als "Lyrix"-Paten Führungen zum Monatsmotto "Mein Schatz" an. Weitere Informationen unter <%LINK auto="true" href="http://www.landesmuseum-trier.de" class="more" text="www.landesmuseum-trier.de"%> und <%LINK auto="true" href="http://www.museumtrier.de" class="more" text="www.museumtrier.de"%>