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Rückblick und neuer Aufbruch - Toto begeistert 3500 Fans

Beim Konzert in Esch ist auch Sänger Joseph Williams wieder dabei, der Toto zeitweise verlassen hatte. TV-Foto: Anke Emmerling
Beim Konzert in Esch ist auch Sänger Joseph Williams wieder dabei, der Toto zeitweise verlassen hatte. TV-Foto: Anke Emmerling FOTO: Anke Emmerling (ae) ("TV-Upload Emmerling"
Esch. Frisch und kraftvoll hat sich Toto, die 1977 gegründete, mit sechs Grammys ausgezeichnete Rockband, vor 3500 Fans in der Rockhal in Esch/Alzette präsentiert. Nach wechselvoller Geschichte, die zuletzt vom Tod des Bassisten Mike Porcaro im März überschattet war, meldete sich die Formation mit dem ersten Album nach zehn Jahren zurück.

Esch. "Running out of Time" heißt das Stück, mit dem Toto ihr Konzert eröffnen. Sie haben kürzlich selbst schmerzlich erfahren, dass die Zeit davon läuft. Am 15. März ist Mike Porcaro, bereits der zweite aus dem Brüder-Trio der Band, gestorben. Aber beim Konzert in Esch, das ausgerechnet auf dessen Geburtsdatum fällt, vermitteln die Kalifornier das Gefühl, es noch einmal wissen zu wollen. Geballte Energie zeichnet ihren mehr als zweistündigen Auftritt aus. Dabei zündet die tolle Chemie einer frischen Besetzung: Mit Steve Porcaro (Keybord, Gesang), David Paich (Piano, Gesang) und David Hungate (Bass) haben drei Gründer und mit Gitarrist Steve Lukather und Leadsänger Joseph Williams zwei langjährige Mitglieder wieder zusammengefunden. Außerdem ist Perkussionist Lenny Castro dabei, Begleiter von den Rolling Stones, Stevie Wonder, Eric Clapton und vielen anderen.Spaß am Improvisieren


Anlass des Frischekicks ist das erste neue Album nach rund zehn Jahren, das es, wie die Band nach Auflösung 2008 und Neugründung 2010 verlauten ließ, gar nicht mehr geben sollte. Nun ist es doch da. Außer dem Opener stellt die Band vier Titel vor, der beste vielleicht "Great Expectations". Dieses durch raffinierte Tempo- und Rhythmuswechsel gestaltete Stück zeigt, dass Toto der Versuchung eines Aufgusses alter Hits widerstanden hat. Umso schöner, als sie mit vielen davon das Publikums begeistern, zum Beispiel mit "Stranger in Town", "I Wont Hold You Back" "Hold the Line" oder "Rosanna".
Die Band beweist, dass sie mehr drauf hat als Mainstream. Sie gönnt sich schöne Improvisationsstrecken, liefert in "Pamela" gar richtig feinen Jazz. Höhepunkt ist, wie Steve Lukather aus "Without Your Love" eine grandiose Solo-Improvisation über Jimi Hendrix "Little Wing" entwickelt. Toto bieten ihrem Publikum an diesem Abend viel Abwechslung und Qualität, dazwischen auch Momente fürs Gemüt, zum Beispiel wenn sie Mike Porcaro mit "The Road Goes on" gedenken oder sich für die Loyalität ihrer Fans bedanken. Die gehen lautstark mit, bis die letzte Zugabe "Africa" das Konzert als Party enden lässt. ae