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Saar-Lor-Lux zum Liebhaben

Saar-Lor-Lux zum Liebhaben

Geredet wird viel von der Großregion Saar-Lor-Lux, aber viel kommt von dem Verwaltungsgebilde nicht beim Volk an. Da ist man dankbar für die großregionale Lebenshilfe, die der "Szeneführer I love Saar-Lor-Lux" leistet.

Saarbrücken. Für Wandervögel und Städtetourer gibt es schon mancherlei Saar-Lor-Lux-Führer, aber das U-40-Publikum war bis dato aufs Hörensagen angewiesen, wollte man seine Freizeit zwischen Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier gestalten.
Das hat sich nun geändert, mit einem flott aufgemachten, pfiffig geschriebenen 148-Seiten-Bändchen der saarländischen Journalistin Anne Funk. "I love Saar-Lor-Lux" ist es betitelt. Funk setzt auf radikal Subjektives, lässt 27 Gast-Autoren persönlich schildern, was man im Dreiländereck nicht verpassen sollte.
Das Buch gliedert sich in die Kapitel Erleben (Kultur), Schmecken (Essen und Trinken), Zelebrieren (Party- und Konzert-Locations), Fühlen (Wellness) und Touren (Ausflüge und Besichtigungen). Alles praktisch vorsortiert für den kleinen Informations-Hunger zwischendurch, mit Web-Adressen für gründlichere Freizeitplaner.
Vom Erlebnispark in Lothringen über die Museumsmeile in Luxemburg bis zum Ayurveda-Hotel in Traben-Trarbach reicht das Spektrum, Informationen über Preise und praktische Tipps inklusive.
Man kann in die Clubszene des Großherzogtums ebenso eintauchen wie in die Restaurant-Welt hinter der französischen Grenze. Das alles hübsch bebildert, wenn es auch gelegentlich so wirkt, als sei die Grenze zur Hochglanz-Werbung arg fließend.
Eingefleischten Trierern, die ihre Stadt für ein Herzstück der Großregion halten, bereitet das Buch einen Realitätsschock. Deutschlands älteste Stadt samt Umland, Sterne-Restaurants und Kulturdenkmälern kommt auf Seite 133 zum ersten Mal vor. Ob das an der Saarbrücker Warte der Autorin liegt oder an der mangelnden Attraktivität der Region Trier für die Alters-Zielgruppe im werbewirksamen Bereich, muss wohl dahingestellt bleiben. Immerhin darf Triers Szene-DJ Andy B. kurz vor Toresschluss ein "perfektes Wochenende" in seiner Heimatstadt schildern und somit die Trier-Präsenz gerade eben über die Peinlichkeitsgrenze bugsieren.
Aber was soll\'s: Für Trierer würde mehr Trier den Gebrauchswert eh nicht nennenswert erhöhen. Wer aber andersrum von Trier aus mutig die Welt erobern und dabei zunächst auf einigermaßen überschaubarem Terrain verweilen will, ist mit diesem Führer bestens bedient.
Anne Funk: "I love Saar-Lor-Lux - Der Szeneführer für die Großregion". Gollenstein-Verlag, 148 Seiten, 14,90 Euro. DiL