Saarburger Serenaden: Wenig meisterliche Meisterschüler

Saarburger Serenaden: Wenig meisterliche Meisterschüler

Unter dem Motto "Saarburger Serenaden" treffen sich einmal im Jahr junge Musiker aus aller Welt, um sich in Meisterkursen fortzubilden. In mehreren Konzerten zeigen sie die Früchte ihrer Arbeit. Beim Auftakt in der katholischen Pfarrkirche St. Laurentius in Saarburg war das Ergebnis eher bescheiden.

Saarburg. Ein bisschen war es wie ein Vorspiel einer Musikschule, bei dem die Schüler ihren Eltern vorführen, was sie im letzten Jahr gelernt haben. Die Rede ist vom ersten Studentenkonzert der Saarburger Serenaden, einem "Musikereignis der Extraklasse", wie Bürgermeister Jürgen Dixius es in seinem Grußwort nannte.

Die Konzerte gehören in den Rahmen des Saarburgfestivals, einer neuen Veranstaltungsreihe, die sich hier etablieren soll und im August im luxemburgischen Vianden wiederholt wird. Dozenten aus den USA, aus Japan, China, Korea und Kanada sollen in 14 Tagen mit "hochbegabten Musikerinnen und Musikern aus aller Welt" an deren Karriere arbeiten. Ein hehre Aufgabe, die die Ansprüche auf das, was man bei den Konzerten, die bis zum 17. Juli täglich an verschiedenen Orten stattfinden, recht hoch schnellen lässt.

Stellt sich die Frage, ob diese Ansprüche in der Saarburger Pfarrkirche erfüllt werden konnten. Hier muss man aus verschiedenen Gründen mit "Nein" antworten. Selbst da, wo die Studenten eine sehr ordentliche Leistung erbrachten, wie etwa der Hornist Patrick Richards in zwei Sätzen aus Mozarts Hornkonzert Nr. 1, KV 412, oder dem Nocturno Opus 7 von Franz Strauss, blieb die Gesamtqualität doch weit unter dem, was man von einer Extraklasse erwarten kann zurück.

Bei Richards lag es eindeutig an den Dozenten Andrew Campbell (Mozart) und Semyon Rozin (Strauss), die sich der Begleitung an einem elektronischen Klavier gewidmet hatten. Besonders Campbells Bemühungen waren mechanisch, bar jeder Musikalität. Das Instrument musste auch als "Cembalo" und als "Orgel" herhalten, mit dem Ergebnis, dass alles wie billige Konserve klang. Eklatant war dies beim Ave verum von Charles Gounod, bei dem dieser Ersatz fürchterlich wimmerte. Umso unverständlicher, als Saarburg über eine prächtige echte Orgel verfügt.

Der junge Tenor Gabriel Ma war bei Bachs Arie "Dein Blut, so meine Schuld durchstreicht" (BWV 78) so mit der Sprache beschäftigt, dass die Musik schlicht auf der Strecke bleiben musste. Das Concerto für vier Blockflöten von Johann Christian Schickhardt wurde von sechs Querflötisten gespielt. In Zeiten von historisch informierter Aufführungspraxis sollte professionelle Anleitung, bei dem die Teilnehmer bis zu 1800 Euro Gebühren bezahlen müssen, anders aussehen.

Dixius hatte gegenüber dem TV angekündigt, Saarburg wolle mit Blick auf das hochkarätige Angebot dieses Festivals den Einstieg in diesen Bereich der Kultur schaffen. Gerade aber in einem geografischen Bereich, in dem mit dem Mosel Musikfestival und dem Echternacher Festival schon professionelle Angebote etabliert sind, wird dies mit einer Konzertreihe, bei der Studenten agieren, die zwar als Meisterschüler angekündigt werden, tatsächlich aber teilweise beim Regionalwettbewerb Jugend musiziert Probleme bekämen, schwierig werden.

Die weiteren Konzerttermine: Dienstag, 13. Juli, 16 Uhr, Krankenhaus Saarburg; Mittwoch, 14 . Juli, 20 Uhr, Pfarrsaal St. Marien Beurig; Donnerstag, 15. Juli, 19.30 Uhr, Cloef-Atrium Orscholz; Freitag, 16. Juli, 19.30 Uhr, Stadthalle Saarburg; Samstag, 17. Juli, 19.30 Uhr, Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg.