Sashas Kern

TRIER. Spätestens seit seinem Ausflug als Dick Brave in den Rock'n-Roll wissen Sasha-Fans, dass ihr Star zu ungewöhnlichen Auftritten neigt. Mit dem TV sprach der 32-Jährige über seine Vergangenheit und seine Fans, über das neue Album – und natürlich sein vom TV präsentiertes Konzert am Freitag, 28. Juli, in den Kaiserthermen.

Wie ist denn Ihr Pokerspiel gegen Stefan Raab ausgegangen?Sasha: Naja, wer das im Fernsehen verfolgt hat, weiß, dass es nicht so gut gelaufen ist für mich. Aber ich habe für das nächste Mal gelernt! Sie neigen ja offenbar zu ungewöhnlichen Auftritten. Vor einigen Jahren verschwand Sasha in der Versenkung, dafür tauchten Sie als Dick Brave auf der Bühne auf. Sasha: Das war damals eine Schnapsidee. Ich war mit einem Freund und Gitarristen in Memphis, und wir haben gesagt: Irgendwann machen wir einmal eine Rock'n-Roll-Band. Dann gaben wir ein Weihnachtskonzert unter dem Deckmantel des 50-er-Jahre-Rock'n-Roll. Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir damit auf Tour gegangen sind. Der Rest ist Geschichte. Wann fiel denn auf, dass Sasha hinter Dick Brave steckte?Sahsa: Die ersten haben es schon beim ersten Auftritt entdeckt, andere bis zum Ende nicht kapiert. Mittlerweile sind Sie trotz der Erfolge als Dick Brave wieder Sasha. Warum? Sasha: Dick Brave war ein Nebenprojekt, es war nicht auf Dauer angelegt. Irgendwann war der Zeitpunkt gekommen zu sagen: So, jetzt mache ich wieder eine normale Platte. Sie haben sehr unterschiedliche Musik gemacht - als Schmusesänger Sasha, als Dick Brave, und Ihr neues Album "Open Water" ist wieder ganz anders. Wie verkraften Ihre Fans solche Wechsel? Sasha: Ich würde mich nicht wohlfühlen, wenn ich mich nicht weiterentwickeln dürfte. Viele Fans sind geblieben, das empfinde ich als großes Lob für mich und meine Entwicklung. Es gibt natürlich auch welche, die sagen: Nein, das ist nicht mehr meins. Andere wiederum entdecken meine Musik neu für sich. Die Arbeit am neuen Album beschreiben Sie als Weg zu sich selbst. Was haben Sie unterwegs entdeckt, und was am Ende gefunden? Sasha: Ich habe zum ersten Mal Lieder geschrieben. Ich wollte das mal selber machen und in den Texten über persönliche Dinge sprechen. Das war nicht so einfach, da musste ich erstmal hinkommen. Man kann das vergleichen mit einer Zwiebel, die man schält, bei der man Schicht für Schicht zum Kern gelangt. Je mehr ich geschrieben habe, desto mehr habe ich mich getraut, auch Persönliches preiszugeben. Und was steckte im Kern?Sasha: Das ist bei mir so wie bei fast jedem anderen auch: Das Drumherum ist das, was man sich selbst erschafft. Im Inneren steckt das, was alle mit einem teilen: Emotionen, Liebe, Spaß, Freude. Lassen Sie uns noch einmal zu den ungewöhnlichen Seiten von Sasha kommen. Stimmt es, dass Sie keine Noten lesen können? Sasha: Ja. Aber das konnte Paul Mc Cartney ja angeblich auch nicht. Das hindert einen nicht daran, gute Popsongs zu schreiben. Ist es auch wahr, dass Sie als Kind in schwierigen Verhältnissen aufwuchsen und mit dem Singen begannen, um Ihre Mutter aufzuheitern? Sasha: Singen lag bei uns in der Familie. Aber ich habe mir ein paar Sachen einfallen lassen, um meine Mutter zu unterhalten. Da habe ich zum ersten Mal mein Talent für Entertainment entdeckt. Erzählen Sie doch zum Schluss noch, was Ihre Fans in Trier erwartet? Sasha: Wir spielen live etwas energetischer, als man es von früher kennt. Ich werde die Leute nicht nur mit meinem neuen Album penetrieren, obwohl es sehr schön ist. Auch die alten Songs machen mir wieder viel Spaß. Eine Zeit lang dachte ich, ich müsse Abstand gewinnen, aber ich habe gemerkt, dass sie zu mir dazugehören. Kennen Sie Trier eigentlich?Sasha: Ich weiß, wo es liegt, und ich war bestimmt schon mal da, auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnern kann. Aber Trier kennt man natürlich! S Mit Sasha sprach TV-Redakteurin Inge Kreutz. Das Kaiserthermen Open-Air 2006: Neben Sasha (28.07.), Toto (29.07.), Nouvelle Vague (30.07.) und dem Grand Hotel van Cleef-Festival (5.08.) steht am 3. August Live Sensation x 2 mit Maceo Parker und den Master Drummers of Burundi, auf dem Programm. Karten für alle Veranstaltungen gibt es in den TV-Presse-Centern Trier, Bitburg und Wittlich.

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