Schickt uns Kunst!

Zur Feier ihres 25-jährigen Bestehens bietet die Tufa Trier mit "Mail-Art" ein besonderes Kunstprojekt: Interessierte Menschen sind aufgerufen, bis Ende Juni Kunst in Postkartenformat per Post an die Tufa zu schicken. Die Werke werden im November ausgestellt.

Trier. Im November 1985 wurde das Kultur- und Kommunikationszentrum Tuchfabrik offiziell eröffnet. Das wird ab 13. November 2010 mit einer großen Jubiläumsausstellung gefeiert, die es in dieser Form in Trier noch nicht gegeben hat. Nach einer Idee von Martina Diederich und dem Kunstgremium der Tufa zeigt sie "Mail-Art". "Mail" beziehe sich dabei nicht auf Email, sondern auf "Post", betont Rainer Breuer vom Kunstgremium. "Künstler und Poeten aus Trier, der Großregion, besonders den Partnerstädten und der ganzen Welt sollen uns Kunst schicken" erklärt er.

Drei Themen sind vorgegeben



Ob Postkarten- oder DIN-A4-Format, zwei- oder dreidimensional sei egal, Hauptsache die Post transportiere es, denn deren Stempel sei obligatorisch.

Angesprochen seien in erster Linie zwar Profis: "Aber getreu dem Beuys'schen Motto ,Jeder ist ein Künstler' kann jeder mitmachen".

Drei Themen sind vorgegeben: Kulturzentrum, Stoff/Tuch und 25. Tufa-Geburtstag, Einsendeschluss für die dazu entstandenen Werke ist der 30. Juni. Nachdem der Aufruf bereits über Mundpropaganda und Homepages verbreitet wurde, bekommt die Tufa schon jetzt regelmäßig Kunst-Post. Neben der Verwunderung darüber, aus welchen Winkeln der Welt originelle Einsendungen aus verschiedensten Materialien kommen, herrscht Freude, denn: "Der grenzüberschreitende Aspekt ist uns besonders wichtig", sagt Tufa-Chefin Teneka Beckers.

Sie betont auch, dass das Projekt das Grundprinzip der Tufa widerspiegle, Kunst von jedem für jeden zugänglich zu machen. Überdies hat es einen kunsthistorischen und politischen Aspekt: Mail Art kam im New York der 50er Jahre als Korrespondenz zwischen Künstlern auf, erreichte in den 60ern Europa und später Südamerika.

Sowohl dort als auch im Ostblock nutzten Künstler wie Nicht-Künstler Mail Art als künstlerisches und kommunikatives Mittel zur Überwindung von Grenzen, zu Protest und Umgehung von Zensur. "Mail Art hat sich immer als Netzwerk verstanden, sie ist eine Reaktion auf das aktuelle Zeitgeschehen", erläutert Rainer Breuer.

Auch in diesem Sinne stehe das Projekt für Werte und Ziele der Tufa. In welcher Form diese die eingesandten Kunstwerke präsentiert, ist noch offen, doch wie Gabriele Lohberg vom Kunstgremium nach Karl Marx zitiert, scheint eins schon klar: "Irgendwann wird Quantität zu Qualität".

Wer bei Mail-Art mitmachen möchte, schicke originale, handgefertigte, handsignierte und freigemachte Künstlerpostkarten mit Absender an Mail-Art-Projekt, Tufa Trier, Wechselstr. 4-6, 54290 Trier. Einsendeschluss ist der 30.6., was bis dahin eingeht wird in einem Katalog veröffentlicht.