| 20:33 Uhr

Schlank, pointiert, ästhetisch

Die Coolness täuscht: Leidenschaft ist für Pascal Schumacher bei seinen Konzerten kein Fremdwort. TV-Foto: Rolf Lorig
Die Coolness täuscht: Leidenschaft ist für Pascal Schumacher bei seinen Konzerten kein Fremdwort. TV-Foto: Rolf Lorig
Trier. Der Luxemburger Musiker Pascal Schumacher ist der diesjährige Preisträger des mit 5000 Euro dotierten JTI Jazz Award. Vor etwa 100 Gästen überreichte JTI-Marketingchefin Heike Lau im Kurfürstlichen Palais die Auszeichnung an Pascal Schumacher. Rolf Lorig

Trier. 2010 hatte Thomas Schmitt, damals Vorsitzender des Jazzclubs Eurocore, erstmals zur Verleihung des JTI Jazz Award eingeladen. Im jährlichen Wechsel nahmen fortan internationale und interregionale Künstler die Auszeichnung entgegen. In diesem Jahr ging der Preis erneut an einen internationalen Gast - und Thomas Schmitt saß erstmals gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Flügel-Schmitt als normaler Gast im Publikum. Nach 36 Jahren hatten er und seine Frau alle Ämter niedergelegt.Weltstars nach Trier gebracht


Doch Uli Beckerhoff würdigte in seiner Begrüßung die beiden noch einmal: "Ihr habt Weltstars nach Trier gebracht." Auch JTI-Marketingchefin Heike Lau unterstrich, dass es den Award ohne das Ehepaar Schmitt nicht gegeben hätte: "Die haben uns gar keine andere Möglichkeit gelassen!"
Peter Kleist vom Saarländischen Rundfunk startete die Laudatio auf Pascal Schumacher. Der sei ein Meister der Abstraktion, bei aller Reduzierung bleibe aber immer noch genügend Raum für Emotionen und hintergründige Wendungen. Kleist sieht Schumacher in der Tradition von Lionel Hampton und Gary Burton, die das Vibrafon im Jazz etablierten. Mit seiner Musik hebe der Preisträger das Instrument aus der Gruppe der Schlaginstrumente und mache es zum Führungsinstrument.Mosel Musikfestival übernimmt


Mit welcher Meisterlichkeit das geschieht, davon konnten sich die Besucher in dem dann folgenden Konzert selbst überzeugen. Begleitet von seiner Band - dem Bassisten Mauro Gargano, dem Pianisten Franz von Chossy und dem Drummer Jens Düppe - stellte Schumacher seinen jungen und frischen Sound vor: schlank, pointiert, ästhetisch, aber auch explosiv-emotional. Eine Musik, die mit ihrer Klangvielfalt und dem Ideenreichtum den Zuhörer einfängt und nicht mehr aus ihrem Bann entlässt.
Begeisterter Applaus am Ende des Abends. Für die Künstler, aber auch für eine Neuerung, die Kulturdezernent Thomas Eggers verkünden konnte: Ab dem kommenden Jahr wird das Marketing für diese Veranstaltungsreihe von Hermann Lewen und damit vom Mosel Musikfestival übernommen.