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Schmerzhafter Schnitt

Die Trierer Sängerknaben und ihr Leiter Stefan Frenster haben sich nach knapp drei Jahren getrennt. Hintergrund sind nach Aussage von Frenster "Meinungsverschiedenheiten in künstlerischen Fragen".

Trier. (DiL) Frenster, selbst ehemaliger Sängerknabe, war im Juni 2007 für den legendären Chorgründer Basilius Wollscheid nachgerückt. Der Ordensbruder von den Barmherzigern Brüdern hatte die Sängerknaben 1962 aus der Taufe gehoben und war 45 Jahre unumstrittener Chef der Truppe, die aus einem Knabenchor und einem aus "Ehemaligen" gebildeten Männerchor besteht. Parallel zur Berufung von Stefan Frenster war die Trägerschaft an einen neu gegründeten Verein übergegangen.

Zwischen dem Trägerverein und seinem neuen Chorleiter hatte es zuletzt offenbar künstlerische Differenzen gegeben. "Nach einer klaren Aussprache sind wir zu der Auffassung gekommen, dass es keinen gemeinsamen Weg gibt", bestätigte Frenster gegenüber dem TV.

Über Details wolle er zum jetzigen Zeitpunkt nicht reden. Aber es handele sich weder um einen "Eklat" noch um eine "Krise", wie öffentlich gemutmaßt worden sei. Er habe auch keine substanzielle Veränderung der Arbeit von Bruder Basilius angestrebt. Der jetzt getroffene Schritt tue ihm weh, aber wichtiger sei, "die Sache und damit die erfolgreiche Arbeit der Trierer Sängerknaben nicht zu gefährden".

Vom Vorsitzenden des Trägervereins, Carsten Lang, war keine Stellungnahme zu erhalten.

Der renommierte Chor wird übergangsweise von dem Kirchenmusiker Volker Krebs geleitet. Damit dürfte gesichert sein, dass die acht Auftritte bei Messen und Konzerten, die allein in den nächsten drei Monaten auf der Agenda stehen, wie geplant stattfinden können.