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Schriftsteller Daniel Kehlmann bricht Genregrenzen auf

Schriftsteller Daniel Kehlmann bricht Genregrenzen auf

Am Grand Théâtre in Luxemburg sind in der vergangenen Woche drei Stücke nach Vorlagen des deutschen Erfolgsautors Daniel Kehlmann aufgeführt worden. Das Publikum nahm die Stücke begeistert auf.

(dt) Der Schriftsteller Daniel Kehlmann (Die Vermessung der Welt, 2005) betrachtet es als Privileg, als zeitgenössischer Künstler mit einer Festwoche am Grand Théâtre in Luxemburg geehrt zu werden. Zur Aufführung kamen drei Dramatisierungen seiner Geschichten: "Ich und Kaminski", "Töten" und "Ruhm", die vom Publikum überwiegend mit Begeisterung aufgenommen wurden. Umso bedauerlicher, dass der Autor selbst, wegen Krankheit nicht persönlich in Luxemburg sein konnte. Ein Gespräch mit den Zuschauern konnte dennoch per Telefonübertragung, moderiert von Regisseurin Anna Maria Krassnigg, stattfinden. Kehlmann sprach über seine Kritik am deutschen Theater, das Autoren und deren Werke nicht ernst genug nähme, über seine Lust am Fabulieren, seine Faszination am Unheimlichen wie am Rationalen sowie der daraus resultierenden Kreativität. Er beantwortete die Fragen der rund 250 Zuschauer - unter ihnen erstaunlich viele Jugendliche. Anschließend gab es die Inszenierung seiner Kurzgeschichte "Töten" im Studio des Theaters: In lakonischem Ton, der noch lange nachschwingt, wird der unerwartete Ausbruch eines kleinen Jungen erzählt, der an einem heißen Sommertag mehr aus Langeweile denn aus Wut zum Mörder wird. Zunächst eine halbstündige szenische Darstellung mit dem Schauspieler Bernd Christian Althoff, dessen intensives und feinfühliges Spiel überzeugte, und dann - quasi als Rekapitulation - die Geschichte nochmal als Film. Beide Formen der Darstellung wussten zu überzeugen. Zuschauer Pierre Muhl (19) aus Luxemburg sagte: "Mir war das zu wenig Theater!"

Was im Grand Théâtre in dieser Woche auf die Bühne kam, war sehenswert, ungewöhnlich inszeniert und eröffnete neue Perspektiven durch das Aufbrechen von Genregrenzen.