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Schrille Show: Draculaura & Co. mit dem Musical „Monster High“ zu Besuch in der Trierer Arena (Update)

FOTO: Daniel John
Trier. Bunt, schrill und so gar nicht gruselig sind die besonders bei Mädchen beliebten Figuren von „Monster High“. Und so war auch die Inszenierung des gleichnamigen Musicals von Thomas Schwab: eine aufwändig gestaltete, schwungvolle Show, die Kinder und Eltern gleichermaßen begeisterte. Daniel John

Frankie Stein, Draculaura und Clawdeen Wolf - wer eine Tochter, Nichte oder Enkelin im Grundschulalter hat, der wird diese Namen kennen; denn die Stars von Monster High machen seit einigen Jahren bei Mädchen den Barbie-Puppen mächtig Konkurrenz. Die Figuren sind, wie schon die Namen erahnen lassen, Nachfahren berühmter Monster, doch dabei gar nicht gruselig, sondern ziemlich normale und etwas ausgeflippte Teenager, auch wenn sie wie etwa Draculaura - die vegetarische Vampirin, die bestenfalls Blutorangensaft trinken würde - nicht 16, sondern schon 1600 Jahre alt sind.

Mit dem Musical von Thomas Schwab, dem Produzenten von der Mosel ("Yakari", "Musical Magics" "Christmas Moments"), sind die liebenswürdigen Monster derzeit auf "Klassenfahrt" quer durch Deutschland. Von den 1500 Besuchern am Freitag in der Trierer Arena - Hunderte Mädchen mit ihren Eltern und dazu ein paar wenige
Jungs - hatten sich viele monstermäßig schick in Schale geworfen: die Schwestern Amelie (10) und Sophie (6) aus Kenn beispielsweise verkleidet als Clawdeen inklusive Wolfsohren, Joyce (9) aus Kastellaun als Yeti-Tochter Abbey im
eisblauen Wollkleid und mit weißem Fell an den Beinen und Janine aus Zell als Frankie. "Eigentlich mag ich Toralei am liebsten", sagt die groß gewachsene Zwölfjährige. Aber von der Werkatze habe es in ihrer Größe leider kein passendes
Kostüm gegeben.

Auf der Bühne ist Toralei die Intrigantin. Sie will Frankie, die Frankensteins Erfindergene geerbt hat, ins offene Messer laufen lassen, indem sie den Warnhinweis unterschlägt, dass die Blitzmaschine mit der Alptraumspule auf keinen Fall wieder in Betrieb genommen werden darf. Damit bringt sie nicht nur den geplanten Tanzwettbewerb in Gefahr, sondern die ganze Monster-Highschool. Natürlich schaffen es Frankie und Toralei am Ende, die außer Kontrolle geratene
Maschine gerade noch rechtzeitig zu stoppen.

Die Handlung des Stücks ist aber eigentlich gar nicht das Entscheidende. Viel wichtiger sind die aufwändig gestalteten bunten Kostüme, die rockigen Melodien, die schwungvollen Tanzeinlagen und liebevoll inszenierte Szenen, etwa wenn sich Werkatze Toralei und Werwölfin Clawdeen ein Gesangsduell liefern oder wenn ausgerechnet die beiden Geister Spectra und Twyla in der Manier von Goethes Zauberlehrling mit dem Wischmop in der Hand auf Brettern über die Bühne rollen und den Tanzboden von Staub und Spinnweben befreien. Beim Zombie-Quickstep und dem Fledermaus-Flip darf auch das Publikum im Saal kräftig mittanzen.

Vom Bühnenbild über die Regie bis zu den Darstellern merkt man, dass hier professionell und mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde, um den jugendlichen Zuschauern eine rasante und unterhaltsame Show zu bieten. Am Ende bleibt mit dem Lied "Wir feiern heut' die Unterschiede" die Erkenntnis, dass Freundschaft ohne Vorurteile alle gemeinsam stärker macht. Mumientochter Cleo de Nile will in Zukunft auf tänzerische Alleingänge verzichten, Frankie sich beim Erfinden zurückhalten. Und Abbey spürt, dass sie doch nicht so eiskalt ist: Verliebtsein kribbelt in ihrem Bauch "wie verschimmelter Yak-Käse".