Seine große Liebe zur Fotografie

Seine große Liebe zur Fotografie

Von Berufs wegen ist er Architekt. Aber immer schon galt Gerhard Freisings Liebe der Fotografie. Was der ehemalige Professor der Hochschule Trier mittels Lichtkunst gestaltet, ist jetzt im Palais Walderdorff als Ausstellung zu sehen.

Trier Licht schafft Raum, Tiefe und Farben. Gerhard Freising ist Architekt. Seit jeher beschäftigt sich auch der Trierer Hochschullehrer von Berufs wegen mit den Bedingungen des Raums, seiner Gestaltung, seinen Strukturen. Kein Wunder, dass sich der weltläufige, 1940 geborene Absolvent der Hochschule für Technik Stuttgart seit langem für die Lichtkunst interessiert.
Über 40 Jahre setzt sich Freising inzwischen mit der Fotografie auseinander, seit seiner Pensionierung 2008 inzwischen intensiv und regelmäßig. "Wenn mich etwas beeindruckt, zum Beispiel eine schöne Landschaft, fotografiere ich das", sagt Freising, und Begeisterung klingt in seiner Stimme.
Wer sich die aktuelle Ausstellung der Gesellschaft für Bildende Kunst im Palais Walderdorff anschaut, die Fotografien und einige Objekte versammelt, erkennt in den gezeigten Werken nicht nur den leidenschaftlichen Fotografen, sondern auf den ersten Blick auch den Architekten.
Selbst wenn manchen der Fotos konkrete Motive wie Landschaften, Mauern oder Gitter zugrunde liegen, so haben sie sich in Freisings Fotografien doch meist längst aus dem Zusammenhang ihrer alltäglichen Verhältnisse gelöst.
In der Fotokunst des Architekten werden sie zu Lichtgestalten, wandeln sich in Feinzeichnungen von Strukturen, reduzieren sich zu rhythmischen Reihungen, und minimalistischen geometrischen Formen.
Einige Arbeiten hat der Architekt dabei Dan Flavin gewidmet, dem amerikanischen Meister minimalistischer Lichtkunst.
Hier wie dort ist es vielfach der Zusammenhang zwischen Farbe und strenger geometrischer Form, der die farbige Sinnlichkeit strenger geistiger Disziplin unterwirft.
Der Trierer Architekt beschränkt sich allerdings nicht auf die zweidimensionale Fläche des fotografischen Bildes. Neben seinen Fotografien sind auch dreidimensionale Objekte zu sehen. Die reizvollen Exponate setzen nicht nur dreidimensional ins Bild, was im Foto flächig bleibt. Ihre Kuben sind eigene Architekturen aus Farbe, Licht und gegeneinandergesetzten zum Teil transparenten Flächen.
In ihnen fängt sich das Licht, und aus dem Licht leben sie.
Zu sehen sind zudem einige zu Skulpturen mutierte Alltagsgegenstände wie Wiegemesser oder Hammer. Auch hier ist wieder der Architekt erkennbar, der sich für Tektonik und die Balance der Gewichte interessiert.
Die Ausstellung ist bis zum 18. März zu sehen. Öffnungszeiten der Galerie Palais Walderdorff: Dienstag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 14 Uhr. Weitere Infos gibt es online unter:
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