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Serie Kunstwerk der Woche: Ölgemälde von Katharina Worring

Kunstwerk der Woche : Poetische Räume in Öl

Während draußen die Welt heruntergefahren bleibt, braucht sich zumindest in der Abgeschiedenheit der Künstler-Ateliers die Phantasie um keine Corona Beschränkungen zu scheren. „Bei mir sind während des Lockdowns mehrere Bilder entstanden“, sagt Katharina Worring.

Dazu gehört auch das oben abgebildete großformatige, wandfüllende Triptychon. Das Ölgemälde hat die Malerin im Februar dieses Jahres fertiggestellt. Die vormalige Vorsitzende der Gesellschaft für Bildende Kunst ist nicht nur ein engagiertes Mitglied der Trierer Kunstszene, sondern auch eine eindrückliche Malerin mit entschiedener Position.

Konsequent hat sie ihre Bildsprache von der gegenständlichen Darstellung im Laufe der Jahre auf die sparsamen Zeichen der Abstraktion reduziert. Ein in Werk ablesbarer Prozess, der wie ihre jüngsten Arbeiten belegen, längst nicht abgeschlossen ist. Wo noch vor nicht allzu langer Zeit geometrische Formen dominierten und den Bildraum strukturierten, hat sich inzwischen die spontane Geste Raum geschaffen. Geometrische Strenge ist der freien Form gewichen.

Überhaupt der Raum: „Seit jeher hat es mich fasziniert, wie auf der zweidimensionalen Leinwand Bildräume geschaffen werden“, sagt die Tochter eines Architekten, die bereits als Kind mit Kunst und den Fragen um die Bedingungen und Möglichkeiten des Raums in Kontakt kam. Einmal mehr sind auch Katharina Worrings neue Gemälde komplexe Räume, in denen die Farbe gleichermaßen die Architektur wie das Raumklima bestimmt. Aber nicht nur das. Die bisweilen mehrteiligen Arbeiten besitzen ein lebendiges, vielgestaltiges und vielfältig klingendes Innenleben. Die neuen Gemälde der Künstlerin sind poetische Räume, deren Dynamik, Farben und Energien in die Helligkeit wie die Dunkelheit führen und als Innen- und Außenschau feinsinnig zum Widerhallen bringen, was im Betrachter an Geistes- und Seelenwelten lebt. Eva-Maria Reuther

Kontakt: katharinaworring.de