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Sieben Fakten zu Don’t Stop Believin’ von Journey

Vinyl der Woche: Escape – Journey : 7 Fakten zu Don’t Stop Believin’ von Journey

Zum Geburtstag von Ex-Journey-Sänger Steve Perry wirft die Serie Vinyl der Woche einen Blick auf die Platte Escape – und besonders auf den Hit Don’t Stop Believin’. Von geografischen Ungenauigkeiten, Baseball und einem Weltstar, der den Song nicht kannte.

Kennen Sie diesen Moment auf einer Party? Man unterhält sich, flachst, diskutiert. Dann setzt das Keyboard von Don’t Stop Believin’ ein. Sofort sind die Gespräche vergessen. Spätestens wenn „Just a small-town girl, living in a lonely world“ ertönt, liegen sich die Party-Besucher grölend in den Armen. Mitschuld daran trägt Steve Perry. Der Ex-Journey-Sänger (verließ die Band 1987) hat den Song geschrieben – und wird heute 71. Zum Geburtstag gibt es hier sieben Fakten über den Song, der Gespräche beendet.

1. Er beendet Gespräche, dafür eröffnet der Song das siebte Studioalbum Escape von Journey. Die amerikanische Rock-Band wählte Don’t Stop Believin’ aus einem bestimmten Grund als Eröffnungssong, wie Keyboarder Jonathan Cain verrät: „Mit dieser Piano-Linie am Anfang klingt der Song, als würde man ein Buch aufschlagen.“ Ein sehr erfolgreiches Buch: Escape verkaufte sich mehr als neun Millionen Mal und hielt sich 152 Wochen in den amerikanischen Album-Charts.

2. Aufgrund seiner Verwendung in vielen verschiedenen Serien und Filmen ging es für den Song in Sachen Verkaufszahlen immer wieder nach oben. In der letzten Szene der Serie The Sopranos zum Beispiel: Dort spielt die Hauptperson, Tony Soprano, den Song auf einer Jukebox. Auch aufgrund dieser Szene erlebte der Song einen Aufschwung: Im November 2008 wurde bekannt, dass Don’t Stop Believin’ der erste Song ist, der die Marke von zwei Millionen iTunes-Downloads knacken konnte. Unter anderem auch in den Serien Scrubs – Die Anfänger, Family Guy und CSI wurde der Song gespielt.

Auch weil Don’t Stop Believin’ immer wieder in Serien verwendet wird, ist er einer der meistgesungenen Karaoke-Songs. Foto: picture alliance / dpa/Uli Deck

3. Geografisch ungenau: Der Song erzählt von einem „Stadt-Jungen, der in Süd-Detroit geboren und aufgezogen“ wurde. Aber: Es gibt kein Süd-Detroit, denn geht man in der Motoren-Stadt nach Süden, landet man in Kanada. Steve Perry gab gegenüber dem „New York Magazine“ zu, das gewusst zu haben. Er habe es auch mit Ost-, West- und Nord-Detroit ausprobiert, aber nichts habe so emotional geklungen wie der Süden: „Die Syntax klang einfach richtig. Ich habe mich in die Zeile verliebt“, so Perry, „Ich habe gelernt, dass es kein Süd-Detroit gibt. Aber es ist egal.“

4. Geografisch genauer: Mit der Zeile „Fremde warten den Boulevard hinauf und herunter“ ist der Sunset Boulevard in Hollywood gemeint, auf dem Träume erfüllt werden. Dort startete auch die Idee für den Song. Keyboarder Jonathan Cain ging dorthin, als seine Karriere strauchelte. Damals fragte er seinen Vater und Mentor, ob er einfach nach Chicago zurückkehren und aufgeben sollte. Der sagte: „Nein, mein Sohn. Bleib dran. Hör nicht auf daran zu glauben.“ Also auf Englisch: „Don’t Stop Believin’“. Cain schlug Steve Perry vor, die Zeile einzubauen, der war begeistert, ein legendärer Satz war geboren.

Spielt eine wichtige Rolle im Song: Der Sunset Boulevard. Foto: picture-alliance / dpa/Ruddies

5. Sportlich erfolgreich: Der Song wurde zur Hymne der Chicago White Sox – einem Baseball-Verein aus der amerikanischen Liga MLB – als diese 2005 die World Series (wichtigster Titel im Baseball) gewannen. Steve Perry besuchte das letzte Spiel der Serie und sang Don’t Stop Believin’ live auf der Siegesfeier der White Sox. Und das obwohl Steve Perry großer Fan der San Francisco Giants ist. Als diese 2010, 2012 und 2014 die World Series gewannen, wurde er oft im Stadion gesichtet. Als „sein“ Song in den Pausen gespielt wurde, war er teilweise einer der führenden Sänger und stimmte die Menge mit wildem Jubel an.

Steve Perry ist großer Baseball-Fan. Hier jubelt er „seinem“ Team, den San Francisco Giants, zu. Wird im Stadion Don’t Stop Believin’ gespielt, dann singt Perry lautstark mit. Foto: picture alliance / dpa/John G. Mabanglo

6. In den Charts vorerst nicht so erfolgreich: Auch wenn der Song heute eine unglaubliche Popularität genießt, tat sich Don’t Stop Believin’ nach seiner Veröffentlichung 1981 etwas schwer. In den USA erreichte die Single „nur“ Platz neun der Charts. Die höchste Single-Chartplatzierung erreichte eine Version, die nicht von Journey selbst stammt. Für die Pilotfolge der Musical-Serie Glee wurde der Song neu aufgenommen. Diese Neuauflage schaffte es in den USA auf Platz vier der Charts, in Großbritannien auf Platz zwei. Bei den Grammy-Awards 2011 war der Song in der Kategorie „Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang“ nominiert, konnte diesen allerdings nicht gewinnen. Trotz dieses Erfolges bleibt natürlich die Journey-Version die populärste.

7. Bei all dieser Popularität ist es umso verblüffender, dass der legendäre Police-Sänger Sting den Song bis zum Jahr 2010 anscheinend nicht kannte. Bei einem Benefiz-Konzert in der Carnegie Hall in Manhattan für den Regenwald sangen Sting, Elton John, Bruce Springsteen, Lady Gaga, Debbie Harry und Shirley Bassey gemeinsam Don’t Stop Believin’. Sting sagte vor dem Auftritt, er habe den Song vor den Proben nie gehört. Aber wer kann, der kann: Sting und die anderen Musik-Größen präsentierten eine besondere Version des Songs, von dem es keine Kamera-Aufnahmen gibt und den man auf YouTube nur als Handy-Video von Fans ansehen kann.

In der Serie Vinyl der Woche beleuchtet der Trierische Volksfreund wöchentlich eine Schallplatte, die aktuell erschienen ist, Musikgeschichte geschrieben hat – oder die einfach hörenswert ist. Alle Serienteile finden Sie unter
volksfreund.de/vinyl