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„Sing a Song“: Regionale Promis singen Trier-Hymne mit Dynamite Funk

Musik : „Sing a Song“: Über 50 regionale Promis singen gemeinsam neue Hymne für Trier (Video)

Die Band Dynamite Funk hat gemeinsam mit mehr als 50 Persönlichkeiten aus der Region einen Song aufgenommen. Die Kernaussage: Wir müssen zusammenhalten! Wie „Sing a Song“ entstanden ist – und welches Trierer Original sich geweigert hat, mitzusingen.

Zeitsprung, drei Wochen in die Vergangenheit. Irgendwo auf den Servern eines gigantischen Rechenzentrums in den USA lauert eine Idee. Eine Sprachaufnahme, eine Melodie und ein Text. Geschaffen von Sänger Isaac Roosevelt. In einem Dropbox-Ordner liegt das Gedankenspiel und wartet auf diesen einen Moment, der es freisetzt. Das kann eine Begegnung sein, oder ein kurzer Impuls. Oder wie in diesem Fall ein Telefonat zwischen einem Trierer Gastronom und Simon Engelbert, Bassist der Band Dynamite Funk. „Simon, wär’ es nicht super“, sagt der Gastronom, „wenn wir eine Hymne für den Zusammenhalt in Trier und der Region hätten, die jeder mitsingt?“

Da ist er, der Moment. Die auf dem Server schlummernde Idee erwacht, weil Simon Engelbert sich an sie erinnert. Gemeinsam mit seinen Bandkollegen greift er den Gedanken einer Zusammenhalts-Hymne auf, für den jene Roosevelt-Idee prädestiniert erscheint. Alles was in den folgenden Wochen passiert, resultiert im Werk „Sing a Song“, der Band Dynamite Funk, das am Sonntag erschienen ist.

Nun gut, Songs werden täglich geschrieben und aufgenommen. Das an sich ist noch kein Grund für einen großen Bericht. „Sing a Song“ ist allerdings mehr als ein Lied. Dutzende regionale Prominente haben einen großen Chor gegründet. In einem Video-Mosaik huschen Theaterakteure, Basketballer, Musiker und viele mehr über den Bildschirm. Es ist tatsächlich eine Hymne entstanden. Aber wie? Wie schafft man es, eine solche Menge verschiedener Stimmen zu kombinieren, ohne die Menschen dahinter persönlich zu treffen?

Um das herauszufinden lohnt sich ein Blick auf die Entstehungsgeschichte von „Sing a Song“: Nachdem Simon Engelbert und Dynamite Funk die Roosevelt-Idee aus ihren Dropbox-Gefängnis befreit haben, muss diese zunächst ein musikalisches Grundgerüst erhalten. Keyboard, Gitarre, Bass, Saxophon und Schlagzeug nimmt Dynamite Funk einzeln auf, Produzent Jürgen Schulz mischt die Komponenten zusammen. Auch die Stimmen von Isaac Roosevelt und Donniele Graves sind schon mit von der Partie. Jenes Grundgerüst packen die Musiker in einige Mails, die sie an einen ersten Block regionaler Musiker verschicken – mit der Bitte, jeweils eine eigene Version des Songs aufzunehmen. In diesem Mail-Verteiler befinden sich Namen wie Frank Rohles, Kerstin Bauer, Thomas Kiessling, Helmut Leiendecker, Meike Anlauff, Barbara Spoo und Achim Weinzen. Sie alle sind Feuer und Flamme für die Idee, kommen dem Wunsch der Band nach und schicken ihre jeweilige „Sing a Song“-Version ein. Fast alle, denn einer weigert sich, wie Produzent Jürgen Schulz schmunzelnd erklärt: „Helmut Leiendecker hat gesagt, er singt grundsätzlich kein Englisch. Aber im Video hat er seinen Platz gefunden.“

Jetzt beginnt für Produzent Jürgen Schulz ein Puzzlespiel. In etlichen Stunden Arbeit stückelt er die eingeschickten Werke und die Stimmen von Roosevelt und Graves zusammen. So füllen sich die ersten Minuten des Songs. Doch der Band reicht das noch nicht, für eine Hymne braucht es mehr. Es braucht einen Endchor mit bekannten Stimmen.

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„Sing a Song“: Dynamite Funk schreibt Hymne mit regionaler Prominenz

Weitere Mails werden verschickt. Empfänger sind diesmal nicht nur Musiker. Rollstuhl-Basketballer, Theaterakteure, Fußballer und andere bekannte Persönlichkeiten aus der Region sollen mit ins Hymnen-Boot. Auch sie stimmen zu und machen mit. Weitere Aufnahmen flattern in das Studio von Jürgen Schulz, tagelang tut er nichts anderes, als diese zusammenzupacken. „Es war wie ein Puzzle, das immer voller wurde“, erklärt der Produzent.Im fertigen Song versammeln sich schließlich 62 Akteure (komplette Liste siehe Extra) aus den verschiedensten Bereich des öffentlichen Lebens.

„Sing a song, stand as one, Maybe then, everybody wants to sing along. When we stay, stay as one, maybe then we can altogether, sing a song“ – so der eingängige Refrain, den wohl jeder nach dem ersten Hören sofort mitsingen kann – und soll. Denn das Ziel von Dynamite Funk erklärt Sänger Isaac Roosevelt auf Nachfrage unserer Zeitung: „Der Song soll zeigen, wie stark wir gemeinsam sein können. Wir müssen zusammenstehen und -singen. Anders geht es nicht.“

„Seinen“ Song mit vielen anderen Stimmen zu teilen, erfüllt ihn mit Stolz: „All dieses Talent von Trierer Musikern mit einem Song von Dynamite Funk zu verbinden, das ist wie einen Grammy zu erhalten.“

Was momentan fehlt, ist die Möglichkeit den Song live gemeinsam zu singen. Aber auch das soll nicht mehr lange auf sich warten lassen: „Wir wollen ‚Sing a Song’ beim Festival ‚30 für Trier’ uraufführen, weil dann viele der beteiligten Musiker mit auf der Bühne stehen können“, sagt Bassist Simon Engelbert. Aus 62 Stimmen könnten dann Tausende werden, die den Refrain in der Arena mitsingen.

Und alles begann auf den Servern eines gigantischen Rechenzentrums...