So präsentiert sich die Region Trier auf der Frankfurter Buchmesse

Literatur : Verlage aus der Region Trier auf Frankfurter Buchmesse: Trubel, Eifel-Krimis und viel Prominenz

Von Krimis bis zu alten Sagen: Verlage aus der Region Trier stellen ihre Werke auf der Frankfurter Buchmesse zur Schau, Besucher sehen die Nobelpreisträgerin – und zum Rheinland-Pfalz-Stand gibt’s auch was Neues.

Eine Nobelpreisträgerin sieht man auch nicht alle Tage. Umso mehr schwärmt Farina Bender davon, die frisch gebackene Gewinnerin des Literaturnobelpreises auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt zu haben. „Der Trubel ist schon riesig“, sagt Bender, die für das Trifolion Echternach in Luxemburg in dieser Woche zum Fachpublikum auf der Messe gehörte, die Samstag und Sonntag für alle Besucher geöffnet ist. Bender begeisterte – kein Wunder bei dem Arbeitgeber – vor allem der große Stand des Großherzogtums. „Podiumsdiskussionen, Literatur – das war schon eins der Highlights“, erzählt Bender, die zu den vielen Vertretern aus der Region Trier gehörte, die Messe-Atmosphäre schnuppern.

Besonders regionale Verlage präsentieren sich in Frankfurt. Wie der Eifeler KBV-Verlag (Halle 3.0, Stand B 22), der in diesem Jahr 30 wird. „Wir feiern Geburtstag auf der Frankfurter Buchmesse“, sagt Krimi-Autor Ralf Kramp und kündigt an, dass der Verlag Mini-Krimis verschenke. Darüber hinaus zeigen die Eifeler, was sie derzeit im Sortiment haben. Von Starkoch Jean-Marie Dumaine gebe es eine außergewöhnliche Biografie, „die sein Leben anhand von Rezepten nachzeichnet, erzählt Kramp.

Und auch der Autor, der es sich wie gewohnt mit Chesterfield-Couch in seinem Krimi-Wohnzimmer auf der Messe gemütlich macht, kann eine neue Geschichte erzählen. Mit seinem neuen Krimi „Mord mit Eifelblick“ hat es der Hillesheimer auf den neunten Platz der Independent-Charts des Börsenblatts geschafft, der Liste der unabhängigen Verlage. In dem Herbie-Feldmann-Krimi geht es um das Geheimnis einer weltbekannten Schauspielerin, die in die Eifel zurückkehrt, wo eine alte, beliebte Serie neu aufgelegt werden soll. Inspirieren ließ sich Kramp von „Melissa“, einem echten dreiteiligen Kriminalfilm aus den 60er Jahren. Denn: „Da wurde sogar in Üxheim in der Vulkaneifel gedreht“, verrät er.

Andere Verlage tummeln sich auf dem Podium von Rheinland-Pfalz (Halle 3.1, Stand F9). Sven Nieder und Autor Christian Humberg vom Eifelbildverlag stellen dort ihre neuesten Jugendbücher von „Sagenhaft Eifel!“ vor. Die Idee: „Kinder lernen längst vergessene Eifellegenden kennen, die Sven und ich noch von unseren Omas gehört haben“, sagt Humberg. Der Birresborner (Vulkaneifelkreis) meint in felsenfester Überzeugung: „Mittelerde von ,Herr der Ringe’ liegt auch in der Eifel direkt hinter der Haustür.“ Die neuen Storys: In „Das Geheimnis der Säubrenner“ steht das Säubrennerfest auf der Kippe, weil der Wittlicher Werwolf sein Unwesen treibt. Im „Phantom von Prüm“ wird der Pfeil von Ritter Nidhard aus der Basilika gestohlen, der der Stadt Reichtum verspricht.

Für das Rheinland-Pfalz-Podium, wo sich auch der Trierer Rainer Breuer von den Éditions trèves im Verlags-Karree tummelt, gibt es außerdem gute Nachrichten. Aus dem SPD-geführten Kulturministerium in Mainz heißt es auf Anfrage, man wolle das Podium auch „im kommenden Jahr“ bezuschussen. „Gemeinsam mit dem Verlags-Karree streben wir eine Weiterentwicklung dessen an, was auch jetzt schon gut und erfolgreich läuft“, sagt ein Sprecher.

Die frisch gekürte Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk aus Polen  spricht am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. Foto: Anne Heucher
Die Kulturministerin von Luxemburg weihte persönlich am Mittwoch den Stand ihres Landes auf der Frankfurter Buchmesse ein. Sam Tanson sagte dort: „Wir tragen dazu bei, dass Luxemburg als literarisches Land wahrgenommen wird.“ Auf dem 64 Quadratmeter großen Stand präsentieren sich neun Verleger sowie insgesamt 170 Neuerscheinungen aus Luxemburg. Foto: Anne Heucher

Andreas Göbel, Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Mainzer Landtag, fordert, die Förderung von momentan rund 22 000 Euro auszubauen und zu verstetigen. Für die kleinen Verlage sei die Messe „eine herausragende Möglichkeit, sich zu präsentieren“.

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