So will das Theater Kultur unters Volk bringen

Kultur : So will das Theater Kultur unters Volk bringen

Die kommende Spielzeit bietet zahlreiche Angebote für Klassen, Lehrer, Kinder und alle, die Theater mögen.

Schüler, Lehrer, singende Kinder, tanzende Jugendliche, spielwütige Alte und ganz normale Bürger – für sie alle will sich das Trierer Theater unter dem neuen Intendanten Manfred Langner weit öffnen. Sie alle will das Haus für Kultur begeistern. Nicht, dass es das bisher nicht gegeben hätte. Manche der Neuerungen, die Ex-Intendant Karl Sibelius einführte, gefallen Langner so gut, dass er sie fest in sein Angebot übernimmt, darunter das Bürgertheater und der Kinder- und Jugendchor. Auch wird es ein breites theaterpädagogisches Programm geben. „Es ist mir wichtig, dass wir diese Bereiche mit vielen Angeboten präsentieren“, sagt er. Gedacht sind sie für Trierer, aber auch für Bürger aus der gesamten Region.

Hier ein Überblick, was kommende Spielzeit geplant ist:

Theaterpädagogik: Neue Theaterpädagogin wird Nina Dudek, die Langner aus Stuttgart gut kennt. Die Opernregisseurin will Schulklassen ins Theater bringen, aber auch rausfahren, um mit den Kindern Stücke aus dem Spielplan vor- oder nachzubereiten, über ihre Aktualität oder ihre Charaktere zu sprechen. Bei Interesse kommen auch Schauspieler mit, um über ihre Arbeit zu informieren. Auf Anfrage können Klassen oder Kindergartengruppen Proben besuchen. Und ein oder zwei Mal im Jahr produziert das Theater ein kleines Schauspiel, das es in Klassenzimmern aufführt. Gruppen, die sich schnell bewerben, haben die Chance Patenklasse für „Don Giovanni“, „Zorbas“ und „Marx’ Bankett“ zu werden. Sie besuchen Proben und führen exklusive Gespräche mit Künstlern und Regisseuren (ab Klasse 9). Geplant sind auch mehrere Workshops und Ferien-Workshops für Kinder verschiedener Altersgruppen, bei denen die Schüler improvisieren, Figuren erschaffen und in neue Rollen schlüpfen.

Für Lehrer gibt es Fortbildungen zur Figuren- und zur Szenenentwicklung. Materialmappen bieten Infos zu den Stücken und ein Lehrer-Treff ermöglicht Probenbesuche und Nachbesprechungen. Zudem gibt es einen Jugendclub, der auf Basis von Orwells „1984“ eine Performance über Regierungsformen entwickelt. Infos, Anfragen und Bewerbungen: nina.dudek@theater-trier.de

Kinder- und Jugendchor: Seit zwei Jahren gibt es den Kinder- und Jugendchor, der im Mai 2019 „Cats for Kids“ auf die Bühne bringt. „Es wurden schon ganz viele Katzenkostüme gekauft“, sagt Carola Ehrt, die die 120 Kinder gemeinsam mit Chorleiter Martin Folz betreut. Im Oktober ist zudem eine Aufführung mit dem Symphonieorchester geplant. „Dieser Chor ist ein toller Botschafter. Die Kinder sind nicht nur niedlich. Sie können das“, sagt Langner. Nachwuchs sucht das Theater im Vorchor, bei den Jüngsten zwischen sechs und acht Jahren. Geprobt wird immer freitags, wenn es ernst wird auch öfter. Die Teilnahme ist kostenlos. Infos und Anmeldung: martinfolz@eurochor.de

Bürgertheater: Das Bürgertheater, bei dem aktuell 320 Menschen mitwirken, heißt zwar künftig nicht mehr Sparte 0.1. Schließlich habe das Haus politisch gewollt drei Sparten, sagt Langner. Sonst bleibt aber fast alles wie es war. Leiter Marc-Bernhard Gleißner organisiert die vierte Trierer Horrornacht, bei der das Theater zum Teil eines interaktiven Stücks wird. „Ich war vorher skeptisch und dachte: Das machen wir bestimmt nicht mehr“, sagt Langner. Doch habe er die Horrornacht begeistert wieder verlassen – „total fasziniert vom hautnahen Theater“, sagt er. Ebenfalls gruselig geht es beim französischen Horrortheaterabend „Grand Guignnol“ zu, der sich dem amerikanischen Jahrmarkt widmet, auf dem Menschen mit allerlei Missbildungen zur Schau gestellt wurden. Für beides sucht Gleißner Hobby-Schauspieler.

Mit dem Festivale Universale will das Theater sich in Workshops, Diskussionen und Aufführungen stärker mit Uni und Hochschule vernetzen. Und im „Club Szenenwechsel“ entwickeln Menschen über 50 ein Theaterstück zum Thema Menschenrechte. Infos und Anmeldung: marc-bernhard.gleissner@theater-trier.de

Nachwuchstänzer trainieren wöchentlich mit Profis und bekommen die Chance, auf der Bühne zu stehen (waltraud.koerver@theater-trier.de). Ganz neu ist, dass es ab Oktober einen Kulturvermittlungsladen in der Karl-Marx-Straße 19 geben soll, ein Treffpunkt für Lehrer und Bürger, die sich über all diese Angebote informieren wollen.

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