1. Region
  2. Kultur

Sommerheckmeck 2015: Die Räuber meinen es diesmal gut

Sommerheckmeck 2015: Die Räuber meinen es diesmal gut

"Achtung! Räuber!" lautet in diesem Jahr das Motto der im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz präsentierten Veranstaltungsreihe "Sommerheckmeck". Start ist am 3. Juni.

Hamm. Es hat schon einen gewissen Charme, wenn sich ein Festival die Räuber zum Thema macht und dabei als Hauptsponsoren ein Geldinstitut und einen Energiekonzern zur Seite hat. Da ließe sich natürlich so einiges hineininterpretieren. Doch ist diese Kombination wohl eher zufällig. "Wir haben diesmal die Räuber gewählt", sagt Teneka Beckers, "und das ist, wie wir festgestellt haben, ein sehr ergiebiges Thema."
Beckers, Geschäftsführerin der Trierer Tufa, ist die Frau, die gemeinsam mit Eva von Westerholt, Schlossherrin auf Schloss Hamm, das Sommerheckmeck organisiert. Vor acht Jahren haben beide das erste Heckmeck präsentiert. Damals waren Ritter das Thema. Danach folgten Hexen, Drachen und sonstige Ungeheuer sowie Gespenster. Und nun also die Räuber.
Der bekannteste weibliche Vertreter dieser Berufsgruppe ist zweifelsohne Ronja Räubertochter. Und die sitzt deshalb bei der Präsentation des Programms auf Schloss Hamm auch mit am Tisch. Mit bürgerlichem Namen heißt die Räubertochter Katharina Oraschnigg. Sie ist die Hauptdarstellerin in dem Theaterstück, das auf Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker basiert. Mehr als 20-mal werden Oraschnigg und ihre Kollegen in der von Florian Burg inszenierten Produktion auf der Bühne stehen.
Veranstaltungsort ist dabei jeweils das Lottoforum, das überdachte Freilufttheater auf dem Trierer Petrisberg. Das ehemalige Landesgartenschaugelände gehört damit zu den 15 Standorten in Trier, im Eifelkreis sowie im Nachbarkreis Bernkastel-Wittlich, an denen das Sommerheckmeck vom 3. Juni bis 1. August mit Veranstaltungen rund um das Thema Räuber vertreten ist.
Die Eigenproduktion Ronja Räubertochter ist dabei nur eines von rund 20 Angeboten. Weitere Programmpunkte sind etwa die "Bremer Stadtmusikanten" in der preisgekrönten Inszenierung des Bonner Theaters Marabu auf der Burg Dudeldorf, das Räuberwochenende in der Künstlersiedlung Weißenseifen, das sinfonische Märchen "Peter und der Wolf" in der Abtei Himmerod, das Erzählkonzert "Ali Baba und die 40 Räuber" auf Schloss Malberg, das Konzert mit der Kölschen Rockband Kasalla auf Schloss Hamm oder die "Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor". Letzteres wird von der Hamburger Theatergruppe Meine Damen und Herren, einem freien Ensemble von professionellen Schauspielern mit Behinderung, im Bitburger Haus der Jugend sowie im Prümer Konvikt aufgeführt.Krimilesung hinter Gittern



Und dann ist da noch eine Veranstaltung des Sommerheckmecks, für die es keine Karten gibt. Wer daran teilnehmen möchte, muss eine bestimmte Voraussetzung erfüllen, um die ihn aber keiner beneidet. So wird es auch eine Lesung in der Jugendstrafanstalt Wittlich für die dort Inhaftierten geben. Und zwar eine Lesung mit dem Krimiautor Ralf Kramp. Das passt natürlich. Vor allem zum Motto.
Doch wie Beckers und von Westerholt erklären, habe man das Gefängnis nicht nur deshalb ins Programm aufgenommen. Hintergrund sei vielmehr, auch denjenigen einen Zugang zu kulturellen Angeboten zu gewähren, die dazu ansonsten eher weniger die Möglichkeit hätten. uhe
Das komplette Programm mit Hinweis auf die Vorverkaufsstellen ist unter www.sommerheckmeck.de zu finden.