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Soul im Swing-Gewand

Soul im Swing-Gewand

In der Trierer Sommerkonzert-Reihe "Summer in the City" hat der als Sänger, Fernsehmoderator und Synchronsprecher bekannte Ron Williams für einen beschwingten Soul-Abend gesorgt. Zusammen mit dem Jörg Seidel Jazz Trio brachte er bekannte Hits von Künstlern wie Otis Redding auf die Bühne im Posthof am Kornmarkt.

Trier. Besonders einem reiferen Publikum dürfte Ron Williams ein Begriff sein. Im deutschsprachigen Raum hatte er mehr als 800 Gastauftritte und 300 eigenen Sendungen im Fernsehen. Darunter waren zum Beispiel das Musikmagazin "Musik-Szene" von WDR, ARD und ORF 1985 bis 1993 oder die Samstagnachtsendung "Ron-Abend" von WDR und ARD ab 1986.
Sein Talent hat er aber nicht nur als Moderator, Schauspieler, Entertainer und Kabarettist entfaltet, sondern auch als Sänger. Schon in den 1960er Jahren, in seiner Zeit als GI der US Forces in Stuttgart, trat er als Solist, unter anderem in der SWR Bigband, in Erscheinung. Und singen kann er heute, als 73-jähriger noch immer mit Gänsehautfaktor, das zeigt er im Posthof am Kornmarkt. Mit seiner reibeisenrauen Stimme interpretiert er dort bekannte Klassiker wie "Mustang Sally" von Wilson Pickett, "Sittin' on The Dock of the Bay" von Otis Redding oder "Aint no Sunshine" von Bill Withers.
Er entführt seine Zuhörer damit auf eine Zeitreise zurück in die Glanzzeit des Soul, der ihm ganz offensichtlich selbst im Blut liegt. Neu ist allerdings dessen Gewand. Statt eines kräftigen Sounds aus Bläsern, E-Gitarre und Schlagzeug wie in den 1960er oder 1970er Jahren, umgibt den Gesang hier ein akustisches Arrangement aus Klavier, Kontrabass und Gitarre. Dafür zeichnet das Trio um den aus Bremerhaven stammenden Gitarristen Jörg Seidel verantwortlich, das sich als Swing-Formation einen Namen gemacht hat.
Diese Stilrichtung bestimmt auch seine Soul-Interpretationen. Mit Tempo, Schwung und gefälligen Solo-Improvisationen lassen es Seidel, Pianist Joe Dinkelbach und Bassist Gerold Donker so grooven, dass Füße zu wippen beginnen. Das Programm, in dem noch Ohrwürmer wie "You've got a Friend" von Carol King oder "Unchain my Heart" von Ray Charles folgen, ist durch und durch tanzbar. Es bietet musikalisch und - durch die Entertainer-Qualitäten Williams - auch in Sachen Unterhaltung genau die richtige Mischung für einen Gute-Laune-Sommerabend. Schade nur, dass ihre Zugkraft nicht gegen die Rekord-Hitze ankommt und nur knapp 40 Zuschauer anlockt. ae
Auf dem Programm von "Summer in the City" stehen noch neun weitere Konzerte verschiedener Stilrichtungen und mit internationalen Künstlern, die jeweils um 19.30 Uhr im Posthof am Kornmarkt beginnen. Dazu gibt es auch noch drei Open-Air-Kino-Abende. Infos unter <%LINK auto="true" href="http://www.sommer-trier.de" class="more" text="www.sommer-trier.de"%>.