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Spannende Entdeckungen

Luxemburg. Das Programm der Luxemburger Philharmonie im März verspricht frischen Wind. Martin Möller

Luxemburg Die Philharmonie ohne Orchesterkonzerte wäre etwas so wie Athen ohne die sprichwörtlichen Eulen. Gleich zu Monatsbeginn bringen das NHK Symphony Orchestra aus Tokio mit Janine Jansen, Geige, und Paavo Järvi am Dirigierpult das Violinkonzert von Sibelius und die Zehnte von Schostakowitsch mit (1. März) und sorgen damit für einige Nachdenklichkeit. Die Tschechische Philharmonie unter dem in Luxemburg wohl bekannten Jiri Belohlavek und Geiger Nikolaj Znaider haben neben Mozarts Violinkonzert KV 219 mit Dvoraks "Othello"-Ouvertüre und der Vierten von Bohuslav Martinu zwei echte Raritäten im Programm (14. März). Dirigent Daniel Harding, das Gustav-Mahler-Jugendorchester und Bariton Christian Gerhaher bieten mit Alban Bergs "Altenberg-Liedern" und Arien aus Schuberts halb vergessener Oper "Alfonso und Estrella" Reizvolles am Rande des Normal-Repertoires und setzen mit Bruckners Fünfter dann einen wuchtigen Abschluss (23. März) Schließlich locken Alan Gilbert, die New York Philharmonie und Geiger Frank-Peter Zimmermann mit John Adams (Jahrgang 1947) Prokofjew und der Symphonie fantastique von Hector Berlioz (24. März). Da kann das Orchestre Philharmonique (OPL) nicht zurückstehen. Es hat unter Gustavo Gimeno gemeinsam mit dem Kölner Rundfunkchor Ravels "Daphnis et Chloe" und eine Komposition des britischen Zeitgenossen Mark-Anthony Turnage parat (17. März). Neben Mezzo Claudia Mahnke und Bariton Gábor Bretz spielt auch das OPL unter Constantinos Carydis eine Hauptrolle in einer konzertanten Aufführung von Bartóks "Blaubart" (8. März). In seiner "Dating"-Reihe steht diesmal Mendelssohns "Italienische" an (2. März, 19 Uhr). Und gegen Monatsende ist das OPL dabei, wenn im Luxemburger Grand Théâtre Verdis "Simon Boccanegra" läuft (29. und 31. März). Auch die Solistes Européens erscheinen wieder im Philharmonie-Programm, Mit Geiger Pinchas Zukerman als Solist und Dirigent und Amanda Forsyth präsentieren sie in eher bunter Mischung Werke von Elgar, Couperin, Haydn, Bach und Mozart (6. März). Mögen die Orchester Schwerpunkte sein - das März-Programm bietet in anderen Bereichen echte Entdeckungen. In der Streichquartett-Reihe der Philharmonie präsentiert das Pavel Haas Quartet mit Martinu, Dvorak und Smetana ein echt tschechisches Programm (7. März). Bei den "rising stars" spielen Horacio Ferreira, Klarinette, und David Bekker, Klavier, Werke von Poulenc, Hakola, Debussy und Bizet (21. März). Die chinesische Ausnahme-Pianistin Yuja Wang sorgt für frischen Wind im ehrwürdigen Klavier-Repertoire - akustisch und auch optisch (30. März). Die Akteure John Malkovich und Sophie von Kessel sowie Martin Haselböck an der großen Philharmonie-Orgel liefern unter dem Titel "Just call me God" ein "letztes Gespräch mit einem Diktator" und verpacken die Performance in Musik von Bach, Franck, Widor, Messiaen und Ligeti (28. März). Und die Ciné-Concerts versprechen eine kleine Sensation. Mit "The Salvation Hunters" (Die Heilsjäger) begann die Karriere von US-Filmregisseur Joseph von Sternberg, die im "Blauen Engel" mit Marlene Dietrich und Emil Jannings gipfelte. "Stimmungen voller Licht und Schatten" verspricht der Monatsflyer des Luxemburger Konzerthauses. Und es hat für die Kino-Veranstaltung noch einen Trumpf parat. Jazz-Legende Brad Mehldau mit seinem Trio sorgt für die passende akustische Ausstattung (5. März).
Beginn, wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Karten: (00352) 2632 2632. <%LINK auto="true" href="http://www.philharmonie.lu" text="www.philharmonie.lu" class="more"%>