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Spannung, Vielfalt, Originalität

Spannung, Vielfalt, Originalität

Eine von feiner Vielfalt geprägte Bücherschau, spannende Unterhaltung und viel Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen mit Autoren und Verlagen boten die ersten Literatur- und Büchertage in der Tufa Trier. Sie wurden von der édi tion trèves und der Tufa im Rahmen des Kultursommer-Festivals "Arbeitsplätze" veranstaltet.

Trier. Vom Wochenendtrubel auf Triers Straßen in die Tufa abzubiegen, glich Eintauchen in eine andere Welt, wo wohltuende Ruhe zur Verlangsamung des Schritts und zu einer Entdeckungsreise einlud, die die Zeit vergessen ließ. Denn dort präsentierten bei der ersten zweitägigen Buchmesse Triers 25 Verlage aus der Großregion literarische Vielfalt mit besonderem Reiz: Es konzentrierte sich ein Angebot, das mit regionalen, internationalen oder thematischen Schwerpunkten jenseits des Mainstreams erfolgreich ist. Zum Beispiel das des Donata Kinzelbach Verlags aus Mainz, der sich als einziger in Deutschland auf Literatur aus Algerien, Marokko und Tunesien spezialisiert hat. Donata Kinzelbach, die für ihr interkulturelles verlegerisches Engagement das Bundesverdienstkreuz bekommen hat, überzeugte Standbesucher persönlich: "Ich suche spannende Sachen aus, nicht nur Dürre und schlechtes Gewissen." Das persönliche Gespräch prägte auch die Entdeckung anderer Kostbarkeiten, ob kreativ gestaltete Kinderliteratur der Verlage Christel Werner aus Wittlich und Eifelkrone aus Neroth oder Lyrikprogramm der édition Krautgarten aus St. Vith, die seit 25 Jahren die gleichnamige Literatur- und Kunstzeitschrift herausgibt. Originell die "Hörbar" des sechstgrößten Hörbuchverlags Deutschlands Radioropa aus Daun oder das sich Mundart, Lebensart und Regionalkultur widmende Sortiment von Charly Lehnert aus Saarbrücken. Fast alle Verlage hatten sich an der Mitgestaltung des Rahmenprogramms aus halbstündlichen Lesungen beteiligt und Autoren eingeladen. So trafen Besucher am Stand des Trierer Porta Alba Verlags Josefine Wittenbecher, am Stand von Lehnert Lucien Schmitthäuser, der für seine Übertragung von Pablo Neruda in lothringische Mundart nach Chile eingeladen wurde, oder am Stand von Kontrast Verlag Pfalzfeld und Pandion Verlag Simmern den Thriller-Autor Heinz-Peter Baecker, der spannend berichtete, wie er bei journalistischen Recherchen entdeckte, dass Fleisch aus Deutschland, das für Tiernahrung nicht mehr geeignet ist, in ausländischen Hinterhoffabriken "aufbereitet" wird und als billige, stark gewürzte Tiefkühl-Fertigkost wieder auf dem hiesigen Markt landet (Buch: "Das Fleischkartell"). Das und auch viele fesselnde Begleitlesungen berührten den Kultursommer-Schwerpunkt "Arbeitswelten - Lebenswelten". So auch die von Siegfried Pater, der das Thema ökologische und faire Produktion von Lebensmitteln mit dem "Streitgespräch von Kaffeebohnen" unterhaltsam und zugänglich gestaltete. Das umfangreiche Angebot zog viele Besucher in die Tufa, die noch nie dort gewesen waren, angesichts zahlloser anderer Veranstaltungen in der Stadt strömten aber nicht unbedingt Massen. "Das muss sich eben erst etablieren", meinten Veranstalter Rainer Breuer von der édition trèves und Verleger wie Stephan Moll von Matergloriosa, der wieder mitmachen würde. Großes Echo fanden jedoch die Eröffnungslesung mit Ralf Kramp, Jaques Berndorf und Manfred Reuter sowie die abschließende Krimi-Nacht mit Carola Clasen, Christian Hartung, Monique Felgen und Rainer Breuer.