Spee-Chor überzeugt - Profis singen in Trier mit begnadeten Laien

Spee-Chor überzeugt - Profis singen in Trier mit begnadeten Laien

Zum 50. Geburtstag hat der Trie-rer Spee-Chor ein hochkarätiges Konzert mit Werken von Dvoràk und Mendelssohn gegeben. Einziger Wermutstropfen war der bevorstehende Abschied des musikalischen Leiters Sebastian Glas.

Trier. Gut 400 Musikfreunde sind in die ehemalige Abteikirche St. Maximin im Trierer Norden gekommen, um das 50. Gründungsjubiläum des Friedrich-Spee-Chors mit einem Konzert der Extraklasse zu feiern.
Das wuchtige "Te Deum" op. 103 des Böhmen Antonin Dvoràk von 1892 und der beglückende "Lobgesang" op. 52 von Felix Mendelssohn-Bartholdy stehen auf dem Programm. Dirigent und Chorleiter Sebastian Glas hatte zu seiner formidablen Chor- "Hundertschaft" einige starke Solisten geladen: Ursula Thies und Marina Herrmann als Soprane sowie Marc Dostert (Tenor) und Vinzenz Haab (Bassbariton) glänzen in ihren Partien. Dazu spielt das philharmonische Orchester der Stadt Trier in Sonntagslaune, Sebastian Glas und der Spee-Chor verstehen sich offensichtlich bestens mit den angetretenen Profis.
Vom ersten Ton an fesselt die Musik das Publikum. Dvoràks "Te Deum" entfaltet eine Kraft, die aus einem tiefen Glauben entspringt, für die man aber nicht gläubig sein muss. Musikalisch erinnert das Werk an eine viersätzige Sinfonie, Glas dirigiert zurückhaltend und hat dennoch stets vollen Zugriff auf jeden einzelnen Akteur. Ein sehr transparenter Klang entfaltet sich, harmonisch und kontemplativ. In einer flammenden Ansprache würdigt der Dirigent das ehrenamtliche Engagement von Chor und Unterstützern für die Kultur und appelliert in Richtung der Kultur-Verantwortlichen, dieses verbindende Element zwischen in Trier verwurzelten Profis und Laien weiterhin zu fördern.
Dann strebt das Konzert seinem Höhepunkt entgegen. Felix Mendelssohn-Bartholdys "Lobgesang" op. 52 beginnt mit einem sinfonischen Prolog, hier zeigt das Orchester seine ganze Klasse. Von der Finsternis in das Licht lautet die atmosphärische Überschrift des Werkes, eine Entwicklung, die auch musikalisch in jedem Moment nachvollziehbar ist. Bewegend das Duett der Soprane mit dem Chor in Teil Nr. 5. Dramatisch und mit angemessenem Pathos singt Tenor Marc Dostert (Nr. 6). Jubelnd der Chor in Nr. 7 und andächtig im A-Capella-Teil Nr. 8. Mit aller Kraft und Ausdruckstärke dann der Schluss-chor zum Lobe des Herrn. Verdienter, stehender Applaus zum Schluss, auch für Sebastian Glas.

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