Spot an: Große Ausstellung über römisches Leben im Landesmuseum Trier

Ausstellung : Grausames Vergnügen

Essen, baden, wohnen, sterben. Ab Ende August zeigt das Landesmuseum Trier eine Ausstellung über den Alltag in der römischen Metropole. Heute geht es in der TV-Serie ums Vergnügen – aber längst nicht für jeden.

Das römische Unterhaltungsangebot war üppig. Städtische Events lockten Besucher von nah und fern. Gladiatorenkämpfe im Amphitheater oder Wagenrennen im Circus waren so beliebt, dass die Herstellung von Fanartikeln florierte. Akteure der Arena und Rennbahn wurden auf Öllampen, Trinkbechern und Messergriffen oder als Tonstatuetten verewigt und als Massenprodukte hergestellt.

In Trier wurde im Zuge des massiven Ausbaus der Stadt zur überregionalen Metropole im 2. Jahrhundert ein imposantes Amphitheater als östlicher Abschluss der Hauptstraße errichtet und in den Verlauf der Stadtmauer integriert. Die fast 20 Meter hohen Zuschauerränge boten etwa 18 000 Menschen Platz. Der Besuch war kostenlos, aber Eintrittskarten regelten die Platzverteilung.

Die meist mehrtägigen Veranstaltungen in der Arena waren für unser heutiges Verständnis grausam und gnadenlos. Den Auftakt der Spiele bildeten am Morgen blutige Tierhetzen. Neben einheimischen Großtieren wie Bären oder Wölfen sorgten Löwen, Elefanten oder Krokodile aus Afrika und Asien für einen exotischen Touch. In der Mittagszeit fanden Hinrichtungen zum Tode Verurteilter statt. Häufig erfolgte die „Verurteilung zu den Bestien“ – damnatio ad bestias. Hierbei mussten die dem Tod Geweihten ohne Waffen gegen wilde Tiere antreten. Am Nachmittag erreichte das Programm mit Gladiatorenkämpfen seinen Höhepunkt. Kämpfer und Tiere warteten in Kammern in der Arenamauer auf ihren Einsatz oder wurden mittels Hebebühne aus dem Keller in die Spielstätte gefahren. Anders als bei den Vormittagsveranstaltungen kämpften die Gladiatoren selten um Leben und Tod. Die Zuschauer erfreuten sich vielmehr an geschickten und mutigen Kampfchoreographien. Hatten beide Gladiatoren mutig gekämpft, wurde der Unterlegene begnadigt.

Maria Carmen D’Onza, Landesmuseum Trier

Vom 31. August bis 26. Januar 2020 ist die Ausstellung „Spot an! Szenen einer römischen Stadt“ im Rheinischen Landesmuseum zu sehen.

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