Spot an! Szenen einer römischen Stadt - Fake-Steine-Malereinen für das Luxusgefühl?

Volksfreund-Serie : Spot an! Szenen einer römischen Stadt - Fake-Steine-Malereien für das Luxusgefühl?

Essen, baden, wohnen, sterben. Ab Ende August zeigt das Landesmuseum Trier eine Ausstellung über den Alltag in der römischen Metropole. Vieles davon überrascht. Die TV-Serie informiert vorab über die spannendsten Stücke und Geschichten der Schau.

In keiner anderen Stadt der römischen Provinzen hat sich mehr römische Malerei erhalten als in Trier, auch solche, die Naturstein imitiert.

Dessen Nachahmung ist eine frühe Erfindung der antiken Wandmalerei.

Solche Imitationen besaßen ihr Vorbild in der Marmorarchitektur und damit in einem Luxus, den man sich mittels Malerei auch ohne exorbitante Kosten in die eigenen vier Wände holen konnte.

Für die Steinattrappen stand den römischen Wandmalern, die übrigens sehr viel schlechter bezahlt wurden als die Bildmaler, eine Farbpalette aus blauen, weißen, schwarzen, roten, gelben und grünen Pigmenten zur Verfügung.

Weitere Farben haben die Maler durch Mischungen dieser Hauptpigmente hergestellt.

Man dürfte nun meinen, dass ausschließlich die edelsten Steinsorten möglichst perfekt abgemalt wurden. Doch das war nur teilweise der Fall, wie uns ein Blick in den reichhaltigen Trierer Malereifundus zeigt.

Mancher Stein war zwar sehr teuer, die Malerei hingegen so „billig“, dass das Vorbild nur aufgrund seiner prägnanten Musterungen oder Farben zu identifizieren ist.

Das Gegenteil liegt allerdings hier vor: Auf den ersten Blick gar nicht als Malerei zu erkennen sind Bruchstücke einer Trierer Wand, auf der im Ruwertal abgebauter Diabas (Grünstein) imitiert wurde.

Das marmorähnliche Vulkangestein erfreute sich in der Antike offenbar größter Beliebtheit, denn man machte sich nicht nur die Mühe, eine perfekte Kopie zu schaffen, sondern Diabas schmückte auch die kaiserliche Empfangshalle, die Konstantinbasilika, und schaffte es sogar als Schmuckstein bis zum Papstsitz in Rom, den Lateran.

Korana Deppmeyer, Wissenschaftliche Referentin der Ausstellung

Das ist echter Trierer Diabas, der in den Barbarathermen gefunden wurde. Foto: TV/Thomas Zuehmer

Vom 31. August bis 26. Januar ist die Ausstellung „Spot an! Szenen einer römischen Stadt“ im Rheinischen Landesmuseum zu sehen.

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