Springlebendig und authentisch

Das Barockorchester der Europäischen Union (Eubo) besteht seit 25 Jahren. Einer der Gründerväter ist Ton Koopman, der in Echternach zum Jubiläum einen einzigartigen Abend dirigierte.

 Ton Koopman kann man ansehen, welche Freude ihm die Arbeit mit dem Eubo macht. TV-Foto: Gerhard W. Kluth

Ton Koopman kann man ansehen, welche Freude ihm die Arbeit mit dem Eubo macht. TV-Foto: Gerhard W. Kluth

Echternach. (gkl) Koopman ist ein Genussmensch. Das wurde beim jüngsten Konzert des Eubo in der ehemaligen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Echternach deutlich. Er genoss es sichtlich, mit einem Klangkörper zu arbeiten, der mit Leib und Seele bei der Arbeit war, der alle Anweisungen, die er gab, blitzschnell und akkurat in Musik umsetzte. Er genoss ebenso die springlebendige, die ungekünstelte Art, mit der sich die jungen Musikerinnen und Musiker den alten Werken aus der Barockzeit widmeten.

Fragen etwa danach, was Koopman, immer noch einer der renommiertesten Vertreter der Alten Musik, die Zusammenarbeit mit dem Eubo bedeutet, brauchte man nicht zu stellen. Man musste ihn nur beobachten. Die Tatsache, dass, und die Art, wie er sich bei den einzelnen Mitgliedern des Orchesters bedankt, spricht hier Bände. Das Programm des Eubo war mit dem Titel "The Dutch Connection" überschrieben. Eine Würdigung dafür, dass sich in den Niederlanden früher als im übrigen Europa eine Tradition der öffentlichen Konzerte etablierte, in denen die Musik der großen Meister erklang. Wenn das Musizieren bei unseren westlichen Nachbarn damals nur halb so engagiert und lustvoll war wie heute in Echternach, dann muss das musikalisch gesehen eine goldene Zeit gewesen sein.

Angeführt von der brillanten Konzertmeisterin Zefira Valova aus Bulgarien widmete sich das Eubo Kompositionen von Georg Friedrich Händel (Concerti grossi, Opus 6, Nr. 1+2), der "Introduzione teatrale", Opus 4,4, von Pietro Locatelli und der Suite aus der "Tafelmusik III" von Georg Philipp Telemann. Geführt durch Koopmans bekannt aussagekräftiges Dirigat wurde hier Musik gemacht, die barocke Lebensfreude und auch -leid unglaublich authentisch ausdrückte.

Zwei Niederländer im Programm



Wer sich darauf einließ, der konnte in seinem Innersten davon berührt werden. Dankbar musste man Koopman dafür sein, dass er mit Pieter Hellendaal und Unico Wilhelm van Wassenaer auch zwei Niederländische Meister, deren Schaffen immer noch etwas im Schatten der großen Namen steht, ins Programm aufgenommen hat. Jubelnder, minutenlanger Applaus für Technik und Interpretation, belohnt mit zwei Zugaben, füllte die ehemalige Pfarrkirche nach einem einzigartigen, genussvollen Abend.

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