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Spurensuche: Der römische Untergrund unter dem Trierer Dom

Archäologie : Spurensuche: Der römische Untergrund unter dem Trierer Dom

Wer nach Spuren der ersten Gemeinschaft der Christen in Trier sucht, muss dazu in die Unterwelt abtauchen. Unweit des Doms sind einmalige Blicke auf 1700 Jahre Stadtgeschichte möglich.

Als im Jahr 2000 der Startschuss für den Bau einer „Dom-Information“ gegeben wurde, erwarteten die Archäologen auf dem Areal gegenüber der Basilika Liebfrauen spektakuläre Funde. Diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht. An keinem anderen Ort in Trier lässt sich die Baugeschichte in der Zeit des frühen Christentums in Trier besser nachvollziehen.

In dem bei Führungen zugänglichen Grabungsbereich unter der modernen Dom-Information finden sich die Überreste des möglicherweise ersten Versammlungsortes der noch jungen Glaubensgemeinschaft, die nach dem Edikt von 311 und nach der Vereinbarung der Kaiser Licinius und Konstantin 313 in Mailand, im römischen Reich nicht mehr verfolgt wurde. Der Bau neuer christlicher Kultgebäude wurde nun gefördert. Auf den Ruinen eines niedergelegten römischen Villenviertels entstanden die ersten großen Kirchenbauten, aus denen die frühchristliche Doppelkirche entstanden ist, der Vorgänger der heutigen Doppelkirche Dom und Liebfrauen.

Unter der Dominformation sind neben römischen Kellern aus der Mitte des dritten Jahrhunderts besonders die Reste der Südwestbasilika erhalten, auch Agritiusbasilika genannt. Sie wurde zwischen 316 und 320 n.Chr. gebaut, zu der Zeit, als Agritius Bischof war und Konstantin I. regierte.

Der Fußboden dieser ersten großen Kirche in Trier ist hier ebenso erhalten wie die Reste einer Bodenheizung, die offenbar nicht richtig funktionierte und deshalb überbaut wurde. Im Ausgrabungsbereich finden sich auch Mauern aus dem Mittelalter und die großen Sandsteinquader, mit denen im Jahr 1721 der Weberbach eingefasst war. In Kombination mit den modernen Bauteilen ergibt sich ein Blick auf 1700 Jahre Geschichte.

In der Schauspielführung „Aurelia auf der Baustelle“ von Paula Kolz berichtet eine Christin der Spätantike im Jahr 364 n.Chr. von der Baustelle der Trierer Kirchenanlagen. Sie beklagt, dass es nicht mehr richtig zügig vorangeht, seit Konstantin seinen Kaisersitz in den fernen Osten verlegt hat. An der zunehmenden Bedeutung des Christentums und seiner Kirchen ändert das aber nichts.

 Modell der frühchristlichen Kirchenanlage in Trier.
Modell der frühchristlichen Kirchenanlage in Trier. Foto: Rudolph Schneider, Museum am Dom Trier

Kontakt: Dom-Information Trier, Liebfrauenstraße 12, Telefon 0651/979079-0,
info@dominformation.de