Stars und Musik für jedermann

Stars und Musik für jedermann

Das Programm des diesjährigen "Festival International" in Echternach überzeugt mit einer intelligenten Mischung von Klassik und Jazz sowie einigen Überraschungen.

Echternach Bis ins Jahr 1975 reicht die Tradition des prestigeträchtigen "Festival International Echternach" zurück. Dabei profitierte es immer von dem über Jahrhunderte gewachsenen, fast schon kitschig-schönen und geschichtsträchtigen Ambiente der alten Grenzstadt an der Luxemburger Sauer. Dazu kamen Weltstars wie Yehudi Menuhin oder Ray Charles und verschafften der Veranstaltung ein Alleinstellungsmerkmal, internationales Renommee und stets ausverkaufte Plätze, in den Hochzeiten der Finanzökonomie sprudelten auch die Sponsorengelder. Das ist leider vorbei, tempi passati, seit anno 2005 die Philharmonie auf dem Kirchberg - jährlich mit 20 Millionen Euro vom Staat subventioniert - eröffnete. Dort geben sich die Weltstars die Klinke in die Hand und sorgen für Konkurrenz.
Intern klappt die Zusammenarbeit und Terminabstimmung der beiden Institutionen jedoch hervorragend. Auch deshalb gelingt es den Machern des Echternacher Festivals - das wiederum nur mit lächerlichen 100 000 Euro unterstützt wird und auf Mäzene angewiesen ist - Jahr um Jahr ein geradezu sensationelles Programm auf die Beine zu stellen: Vom 9. Juni bis 14. Juli werden absolute Großmeister der Fächer Jazz und Klassik auftreten, das etwas abgespeckte Programm bietet Klasse statt Masse für jedermann zu sehr zivilen Eintrittspreisen, wie der Präsident des Komitees, Julien Alex, betont.
Benedikt Fohr von der Deutschen-Radio-Philharmonie in Saarbrücken verantwortet als künstlerischer Leiter den Bereich Klassik und verkündet auf der Programm-Pressekonferenz, dass in diesem Jahr mit Daniel Hope einer der weltweit besten Violinisten als "Artist in Residence" gewonnen werden konnte. Er eröffnet am 6. Juni mit dem Orchestre Philharmonique Luxembourg im Trifolion das Festival mit Werken von Glass, Barber und Tschaikowski. Darüber hinaus kümmert sich der Brite um den Nachwuchs, denn es wird auch Meisterklassen für die Schüler des Luxemburger Konservatoriums geben. Das zweite Solokonzert mit dem Virtuosen findet am 11. Juni in der Peter-und-Paul-Kirche statt. Ein weiterer Höhepunkt wird das Konzert am Samstag, 24. Juni, mit der international gefeierten Sopranistin Mojca Erdmann. Zusammen mit dem delian:quartett unternimmt sie eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte; vom Barock bis zum Zeitgenössischen, von Monteverdi bis Schönberg.
Für die Jazz-Sparte zeichnet der Luxemburger Grammy-Preisträger Gast Waltzing verantwortlich, durch seine internationalen Kontakte wartet er mit Koryphäen und überraschenden Entdeckungen auf: Star-Posaunist Nils Landgren und seine Funk Unit sowie die kreolische Weltmusikerin Carmen Souza sind bereits weltberühmt, erst auf dem Weg dahin befindet sich Nomfusi mit spektakulären, südafrikanischen Rhythmen; zweifellos noch ein Geheimtipp.
Es gibt Familien- und Kinderkonzerte, Welt- und Militärmusik, OpenAir, Konzertsaal und Kirche und erstmals auch einen Pavillon im Stadtpark. Prädikat: unbedingt empfehlenswert!

Drei Konzerte sind kostenfrei. Die Eintrittspreise liegen zwischen 10 und 40 Euro. Bus-Shuttles sind organisiert von Luxemburg/Stadt und Trier.
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