Steuerzahlerbund: Intendant des Trierer Theaters sollte gehen

Steuerzahlerbund: Intendant des Trierer Theaters sollte gehen

Nachdem sich das Defizit des Theaters um eine weitere Million Euro erhöht hat (der TV berichtete), erneuert der Bund der Steuerzahler seine Forderung, das Haus zu schließen.

Statt kostspieliger Sanierungspläne sei "eine geordnete Abwicklung" nötig. "Kultur ist wichtig. Aber Kulturförderung darf kein Freibrief für Erfolglosigkeit, Unwirtschaftlichkeit und Inkompetenz auf Kosten der Steuerzahler sein", erklärt Geschäftsführer René Quante. "Das Chaos am Theater Trier kann einen nur erschüttern." Offenbar sei die Stadt vollkommen überfordert, den "außer Rand und Band geratenen Intendanten zu kontrollieren". Das demonstriere die Notwendigkeit, dass auch das Land als Finanzier kommunale Theater mitkontrollieren müsse. Der derzeit erkrankte Intendant Karl Sibelius sei "eine katastrophale Fehlbesetzung und sollte gehen", fordert Quante.

Erst vor wenigen Wochen hatte eine ähnliche Forderung des Steuerzahlerbunds für heftige Diskussionen in der Kulturszene und für Protest gesorgt. Eine Umfrage unter TV-Lesern hatte gezeigt, dass nur 29 Prozent der Befragten für eine Schließung des Theaters plädieren, 59 Prozent sind dagegen, zwölf Prozent waren unentschieden.

Ob Karl Sibelius nach Bekanntwerden neuerlicher Budgetüberziehungen in Höhe von knapp einer Million Euro Intendant des Stadttheaters bleiben kann, diskutiert am heutigen Mittwochabend der Kulturausschuss. Wenn der Stadtrat - frühestens in seiner nächsten Sitzung am 17. November - beschließt, dass Sibelius gehen soll, müssen die Rahmenbedingungen klar sein. "Eine Kündigung ist nur möglich, wenn die rechtlichen Voraussetzungen dafür tatsächlich vorliegen", erklärt Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Daher werde zum Beispiel derzeit geprüft, ob Sibelius Honorarverträge mit Gastkünstlern auch nach der Einsetzung des verantwortlichen Finanzdirektors alleine unterschrieben hat. Hat der Intendant sich nichts dergleichen zu Schulden kommen lassen, könnte der Stadtrat ihn freistellen statt ihn zu kündigen. Die Stadt müsste dann Sibelius wohl weiter Gehalt zahlen - unter Umständen für die volle Restzeit seiner Intendanz von vier Jahren.