Sturm und Gischt

TRIER. Das Opern-ABC am Trierer Theater geht neue Wege: Es ist in diesem Jahr erstmals losgelöst von den Antikenfestspielen. Mit "Der Fliegende Holländer" wird ein Stück aus der folgenden Spielzeit unterhaltsam erläutert.

Sturm aus Südwest, Wolkenfetzen, schäumende Gischt. Mittendrin trotzt er im Südwester dem Unwetter, stemmt sich gegen Wind und Wellen - und erzählt seine Geschichte: Daland, der Steuermann des Fliegenden Holländers. Im Opern-ABC soll in diesem Jahr den Zuschauern alles rund um die Wagner-Oper "Der Fliegende Holländer" nahe gebracht werden. "Bisher hat sich das Opern-ABC ja immer auf die Antikenfestspiele bezogen. Das wollten wir jetzt aufbrechen, wir wollten eher einen direkten Bezug auf den Spielplan nehmen und die Kinder auf ein Stück daraus neugierig machen", erläutert der Dramaturg Peter Larsen. Darum finde das Opern-ABC auch im Theater statt und nicht unter freiem Himmel. Larsen selbst spielt in seinem Stück, das Szenen aus dem "Fliegenden Holländer" eingebettet in Erläuterungen zeigt, den "Meister" Wagner, mischt sich aber nicht in das Geschehen ein, sondern erklärt den jungen Zuschauern die Instrumente, ordnet im Orchestergraben Noten, erklärt, was an der Musik das Besondere ist. Erzähler auf der Bühne ist der Steuermann Daland, ein Augenzeuge, der den Untergang des Geisterschiffs selbst miterlebt hat und heute Leuchtturmwärter ist. In einer Sturmnacht kommen die Erinnerungen wieder hoch. Gespielt wird der Steuermann von Dieter Oberholz. "Wir sind dem Wagner-Verband sehr dankbar, dass er den Auftritt von Dieter Oberholz finanziell ermöglicht", betont Annegret Frübing, zuständig für die Inszenierung. Die Bühne wurde mit Utensilien aus dem 19. Jahrhundert ausgestattet: "Die Zuschauer sollen in die Entstehungszeit der Oper zurückversetzt werden. Das ist bewusst plüschig", sagt Ausstatterin Katharina Hickmann. Und noch etwas sollen die jungen Opernfans bemerken: Die Souffleuse (auch Katharina Hickmann) wird laut und deutlich eingreifen, damit man erklären kann, was ein Souffleur so macht. Beim "Fliegenden Holländer" spielt der Chor eine große Rolle. "Doch die Chorgesänge übernehmen die Kinder, die gerne mitsingen dürfen, zum Beispiel beim Matrosenlied, wenn die Mannschaft Landgang hat, und sie sollen auch im Takt stampfen, um alles mitzuerleben", sagt Larsen. Das Orchester tritt ebenfalls in Kleinst-Besetzung auf: Klavier, Klarinette, Horn, Violine, Violoncello und Pauken. Eingerichtet für Kammerensemble wurde die Oper von Andrei Diakov, der die musikalische Leitung innehat. Die Senta spielt Annette Johansson, Erik ist Eric Rieger, der Holländer wird von dem holländischen Landsmann Nico Wouterse gegeben. Premiere ist am Donnerstag, 19. Mai, 11 Uhr, weitere Vorstellungen 24. Mai und 1. Juni jeweils 11 Uhr, Karten: 0651/718-1818.