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Swing, Spaß, Heavy Metal

Swing, Spaß, Heavy Metal

Er hat wirklich schon alles gemacht: Moderation, Comedy, Theater, Fernsehen, Film, Bücher und Hörbücher. Der Alleskönner Jürgen von der Lippe mit dem unverwechselbaren Sprachwitz kommt nach Trier.

Trier. (ves) Der große Entertainer Jürgen von der Lippe stellt am Samstag, 8. November, sein neues Bühnenprogramm "Das Beste aus 30 Jahren" vor. Der vom TV präsentierte Abend beginnt um 20 Uhr in der Europahalle Trier. Mit dem 60-Jährigen sprach unser Redaktionsmitglied Verena Schüller.

Herr von der Lippe, Sie präsentieren am Samstag Ihr Best-of-Programm. Was erwartet Ihre Zuschauer in der Europahalle?

Jürgen von der Lippe: Naja, wie der Name schon sagt: "Das Beste aus 30 Jahren". Nee, im Ernst: Die grundsätzliche Überlegung bei einem Best-of ist, wenn man vor dem Material aus 30 Jahren sitzt: Wähle ich das, was die Zuschauer immer am meisten nachgefragt haben, oder nehme ich zeitlose Stoffe? Ich habe mich für Letzteres entschieden. Mein Programm ist also topaktuell.

Welche Highlights der vergangenen drei Jahrzehnte haben Sie denn eingebaut?

Jürgen von der Lippe: Ich stelle die ganze Bandbreite vor: Alle Techniken sind verarbeitet, alle Figuren sind dabei, alle Requisiten verwendet. Insgesamt hat das Programm ein hohes Tempo, aber es gibt auch ganz leise Stellen.

Am Samstagabend werden Sie auch singen. Welche Rolle spielt die Musik in Ihrem Best-of?

Jürgen von der Lippe: Ja, ich habe auch musikalisch aufgestockt. Neben Mario Hené an der Midi-Gitarre ist dieses Mal auch eine Top-Organistin dabei. Zusammen mit Iris Wehner zaubern wir drei eine Big Band auf die Bühne. Da gibt es alles: Jazz, Swing, Reggae, sogar Heavy Metal.

Sie blicken nun auf 30 Bühnenjahre zurück. Was hat sich Ihrer Meinung nach in dieser Zeit in der deutschen Unterhaltungsszene geändert?

Jürgen von der Lippe: Comedy hat ganz klar einen größeren Stellenwert bekommen. Es gibt erst seit einigen Jahren reine Comedy-Formate. Und das ist für mich wirklich eine Arbeitserleichterung: Früher gab es große Unterschiede zwischen den Städten und der Provinz. Da konnte man nicht jeden Witz überall erzählen. Heute können die Zuschauer - egal, wo - beurteilen, ob es gute Comedy ist oder nicht.

Sie haben aber nicht nur Comedy gemacht, sondern auch moderiert, CDs und Hörbücher produziert, Bücher geschrieben und Tourneen erlebt - was würden Sie als Ihr persönliches Lieblingsgenre beschreiben?

Jürgen von der Lippe: Auf der Bühne zu stehen, ist einfach das Höchste. Dieses direkte Feedback gibt es sonst nirgendwo. Beim Fernsehen kann man sich was in die Tasche lügen. Wenn die Quoten nicht stimmen, heißt es: ,Da war halt ein starkes Gegenprogramm.' Wenn aber im Saal keiner lacht, war der Witz einfach schlecht.

30 Jahre. Das ist gleichzeitig die Hälfte Ihres Lebens. Wird man da sentimental?

Jürgen von der Lippe: Nö. Wieso denn? Das ist doch nur eine Zwischenstation. Es gibt schon ganz klare Projekte bis 2012. Ich fiebere doch keinem Pensionsdatum entgegen. Viel eher wünsche ich mir manchmal, dass der Tag drei Stunden mehr hat, damit ich alles schaffe.

Was können wir denn in den nächsten 30 Jahren von Ihnen erwarten?

Jürgen von der Lippe: Ich mache einfach so weiter. Die Fokussierung auf die sprachlichen Phänomene werde ich sicher weiterbetreiben. Da schließt sich eben der Kreis zu meinem Germanistik- und Linguistikstudium. Und ich werde jede Menge Bücher schreiben.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr von der Lippe, und viel Erfolg für die nächsten drei Jahrzehnte.

Karten gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich.