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Symbolträchtiges vor der Linse

Symbolträchtiges vor der Linse

Fotografische Bildgestaltung mit den Farben Schwarz, Rot und Gold haben sich die Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Trier im vergangenen Jahr zur Aufgabe gemacht. Die vielfältigen Ideen und Konzepte, die dabei entstanden sind, zeigen sie jetzt in einer Gemeinschaftsausstellung in der Tufa Trier.

Trier. Jährlich wählen die Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Trier ein Thema, zu dem sie Exponate für eine Gemeinschaftsausstellung erarbeiten. Dabei stellen sie sich immer neue gestalterische Aufgaben. Diesmal ging es darum, Farben in Szene zu setzen - nicht irgendwelche, sondern Schwarz, Rot und Gold. "Zwar denkt man da sofort an die Nationalfarben, aber es ist nicht alles Gold, was glänzt, und so ist auch nicht alles Deutsch, was schwarz, rot und golden daherkommt", betont der Vorsitzende der Fotografischen Gesellschaft, Richard Krings. Die Themenstellung habe ganz einfach zur Auseinandersetzung mit drei starken, symbolisch und psychologisch unterschiedlich besetzten Farben herausfordern wollen. Das Ergebnis ist eine vielseitige Schau kreativer Arbeiten, die sich grob in zwei Gruppen teilen lassen. Eine umfasst Fotos oder ganze Serien, die wie Stillleben oder Werbeaufnahmen selbst konzipiert, komponiert oder bearbeitet sind. Hier finden sich zum Beispiel ästhetische Arrangements mit farbiger Pasta, Gemüse und Wein oder auch eine ab strakte Bilderfolge, die die Energie der Farben in Bewegung schleudernder Tropfen oder fließender Lichtspuren bannt. Die größere Gruppe der Exponate aber umfasst Entdeckungen, die die 23 Fotografen in Trier, in der Region und auf Reisen gemacht haben. Hier rücken ungewöhnliche Perspektiven oder der Blick auf Details alltägliche Dinge wie Baustellenbarken, Weidezaun-Elektroden oder die Türen des Trierer Römer-Express\' in neues Licht. Andere Fotos dieser Gruppe fangen skurrile und witzige Momente ein. Etliche Entdeckungen beziehen sich auf die Signal- oder Symbolwirkung, wie auch die klassischen Kontexte von Schwarz, Rot und Gold. Aufnahmen von preußischem Wappen, einer Prozession, Buddha-Statuen, Oldtimern oder Konsumartikeln interpretieren die drei Farben als Insignien von Macht und Heiligkeit - letzteres auch im übertragenen Sinne von Fetischkult. Natürlich wird auch ihre Rolle als Nationalfarben aufgenommen, das aber sparsam und teils mit ironischen Untertönen, etwa in Bildern von drei Luftballons vor dem Brandenburger Tor oder einer Hausfassade, deren Fenster mit deutscher, aber auch einer spanischen Flagge geschmückt sind.Die Mitglieder-Jahresausstellung der Fotografischen Gesellschaft Trier ist noch bis zum 23. März im ersten Obergeschoss der Tufa Trier zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs und freitags 14 bis 17 Uhr, donnerstags 17 bis 20 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 15 Uhr. Extra

Die nächste Ausstellung in der Tufa startet am Donnerstag, 6. März: Mitglieder der Tufa-Kunstvereine éditions trèves, GB-Kunst, Kunstverein Junge Kunst, Kulturwerkstatt und Europäische Kunstakademie stellen gemeinsam im zweiten Obergeschoss aus. Es ist bereits die dritte Ausgabe des Projekts unter dem Titel "ad hoc". Die Vernissage beginnt um 20.30 Uhr, die Schau endet am 23. März. red Mehr auf junge-kunst-trier.de/aktuell