1. Region
  2. Kultur

Tanz über alle Grenzen hinweg

Tanz über alle Grenzen hinweg

Die Tanzszene der Großregion ist bunt. In überraschenden und innovativen Choreographien tanzen die Nachwuchskünstler über Genre- und Ländergrenzen hinweg. Sie mischen aktuelle Trends, akrobatische und klassische Elemente - zur Freude der insgesamt 80 Zuschauer, die beide Vorstellungen von "Generation Next" in der Trie-rer Tuchfabrik miterleben.

Trier. Die roten Röcke fliegen, scheinen sich in der Luft auszubreiten. Simone Mousset (Luxemburg) und Felizia Roth (Trier) drehen sich, wirbeln um ihre eigene Achse - wieder und wieder. Ihr Tanz weist - wie auch die Kostüme aus weißen Hemden, langen roten Tellerröcken und gelben Pumphosen - Anleihen aus dem Volkstanz auf. Wie die Drehungen scheint der gesamte Tanz endlos weitergehen zu können, so weich, so fließend, so harmonisch sind die Bewegungen. Und tatsächlich ist ihr Stück "Work in Progress" noch nicht abgeschlossen.
Der Tanz ist einer von sieben Beiträgen zu "Generation Next" im Rahmen des Trierer Festivals Intertanzional. Erstmals waren junge Choreographen aus der Großregion eingeladen, ihre Werke zu präsentieren. Mehr als 80 Zuschauer lassen sich von den beiden Shows in der Trierer Tufa mitreißen. Die Idee sei, so die Trierer Tänzerin Hannah Ma, die das Projekt gemeinsam mit dem Centre de Création Choréogra-phique Luxembourgeois Trois C-L ins Leben gerufen hat, eine Fortführung der "Counterdances". Diese Veranstaltungen führen seit zwei Jahren Choreographen und Tänzer aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich zusammen.
Das Ergebnis ist überraschend. Elemente des Breakdance verschmelzen in Jill Crovisiers Kurzfilm um den Tänzer Nilton mit klassischer Musik. In anderen Choreographien mischt die Luxemburgerin asiatische Elemente mit Hip Hop. Körperbetont, kraftvoll, fast akrobatisch und mit vielen Hebefiguren begeistert der Beitrag von Loic Fauquet und Aurore Giaccio (Frankreich, Choreographie: MJ Catton); ausdrucksvoll und dynamisch der Tanz von Georges Maikel und Piera Jovic (Luxemburg).
Felizia Roth steuert ein weiteres Stück bei: "FtTUMt" (kurz für "Fake it till you make it" - tue so, als ob, bis es gelingt). In einen Pelzmantel gehüllt, mit Sonnenbrille und auf hohen Schuhen stöckelt Roth lässig auf die Bühne, wirft die Jacke ab, entblößt Hotpants und Korsage und legt dann los: sexy, selbstbewusst, bisweilen leicht überheblich. Als sie die Schuhe auszieht, bröckelt die Fassade.