Tanzshow Riverdance: Weit von den Anfängen entfernt

Tanzshow Riverdance: Weit von den Anfängen entfernt

Die Bühnenshow "Riverdance" nimmt für sich in Anspruch, das Original zu sein. Im Mittelpunkt dieser erstmals 1994 aufgeführten Show standen irischer Stepptanz und keltische Musik. Davon war das Programm in der Trierer Arena weit entfernt.

Trier. Die Scheinwerfer flammen auf, Musik peitscht über die Lautsprecher. Die Riverdance-Show beginnt. Doch sie startet seltsam verhalten. Im Gegensatz zum Showpendant "Lord of the Dance", das im Dezember an gleicher Stelle gastierte, tut sich die Choreographie ungleich schwerer.
Während die Truppe von Michael Flatley direkt lospowerte und dieses Tempo auch über die gesamte Show hielt, scheint man bei Riverdance die Kräfte einteilen zu wollen. Und dieser Eindruck bleibt während der gesamten Show erhalten. Nach fast jedem Tanz ein Instrumental, die Musik steht klar an erster Stelle. Die vier Musiker auf der Bühne machen ihre Sache sehr gut, begeistern die Besucher mit ihren Darbietungen. Keine Kritik gibt es auch am Einsatz der Tänzer, die allesamt mit exzellenten konditionellen Leistungen zu überzeugen wissen.
Es ist die Dramaturgie, die nervt. Diese tänzerische Weltreise, in der der Flamenco neben dem amerikanischen Tanz à la Fred Astaire plus einer ordentlichen Portion russischer Folklore die irischen Elemente, die Riverdance einmal ausgemacht haben, in den Hintergrund drängt. Dennoch belohnen die 2000 Zuschauer die Akteure am Ende mit stehendem Applaus - zweifellos verdient. flo

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