Theater Trier sucht fieberhaft nach Einsparmöglichkeiten

Trier · Die finanzielle Entwicklung beim Trierer Theater ist weiterhin ungewiss. Intendant Gerhard Weber sucht händeringend nach Möglichkeiten, die Spar-Auflage der Stadtverwaltung in Höhe von einer Million Euro zu realisieren. Dabei ist unklar, ob der jetzige Spar-Ansatz überhaupt ausreicht. Mit der Zukunft des Trierer Theaters beschäftigt sich ein Volksfreund-Forum am 21. November.

 Theater Trier

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Foto: Ursula Quickert

Die Verwirrung ist selbst bei den Beteiligten groß. Er wisse nicht genau, wie viel er sparen solle, sagt der Intendant. Er versuche zurzeit, das Budget zu durchforsten und an Statisterie, Bühnenbildnern, Orchester-Aushilfen und Ähnlichem zu kürzen. Ob das reicht, um die Vorgaben zu erfüllen, müsse man "am Ende eben sehen".

Der Theater-Chef zieht aber auch klare Grenzen: Ein drohender "Aldi-Spielplan" mit möglichst billigen, aber populären Produktionen sei mit ihm "nicht zu machen". Stattdessen hofft er auf "kreative Sparvorschläge" der Theatermitarbeiter.

Experten wie Martin Dehli von der Münchener Kultur-Consultingfirma Actori halten das "Klein-Klein-Sparen" in Theaterbudgets für problematisch. Das schrittweise Reduzieren der Ausgaben innerhalb der bestehenden Strukturen führe "irgendwann dazu, dass ein Theater ausgezehrt wird" und das Kostenproblem nach kurzer Zeit wieder auftauche.

Das könnte auch in Trier so sein. Zumal sich inzwischen herausgestellt hat, dass die geforderte Million nicht etwa vom Etat des Jahres 2011 abgespeckt werden soll - er liegt bei 14,3 Millionen Euro - sondern von den 15,5 Millionen Euro, die das Theater für 2012 gern haben wollte. De facto, darauf weist Kulturdezernent Thomas Egger hin, bekomme das Theater 2012 sogar etwas mehr als in diesem Jahr.

Das hilft Intendant Weber allerdings nur bedingt. Denn er muss steigende Kosten für Tariferhöhungen beim Personal, galoppierende Heizkosten und Rückstellungen aufbringen - Geld, das er nicht hat. Und selbst wenn er das schafft: Die Sparvorgaben des Landes für den Beitritt in den Entschuldungsfonds sehen vor, die Verschuldung der Stadt gegenüber dem aktuellen Budget real um fünf Millionen Euro zurückzufahren. Dazu leistet der jetzige, reduzierte Ansatz beim Theater noch gar keinen Beitrag. Es könnte also durchaus passieren, dass die Auflagen weiter verschärft werden müssen.

Mit der Zukunft des Trierer Theaters beschäftigt sich ein TV-Forum am 21. November.