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Theater
Wie aus einem Ungeheuer ein Freund wird

FOTO: Elke Reinemann-Schmitt / TV
Trier. T3 Kids, die Kooperation von Theater und Tuchfabrik Trier geht mit dem Familienstück „Kotzmotz, der Zauberer“ in die zweite Runde.

Das sieht nicht gut aus. Da stellt sich der Hausmeister vor die Zuschauer in der Tuchfabrik Trier und sagt, die Vorstellung falle aus. Die Schauspieler nicht da, kein Bühnenbild – ergo: kein „Kotzmotz, der Zauberer“. Braucht der Hausmeister auch nicht, motzen und sich aufregen kann er selbst sehr gut. Doch was tun? Wieder nach Hause gehen?

Da springt ein junger Zuschauer auf die Bühne. Optimistisch schaut er in den Saal, sucht nach einer Notlösung fürs Publikum. Schließlich will keiner den weiten Weg umsonst gegangen sein bei dem Wetter draußen. Der junge Mann sieht eine E-Gitarre, ergreift sie, fängt an zu spielen. Ein Blitz, ein Kurzschluss – und schon befinden sich die beiden auf der Bühne und die Zuschauer in einer anderen Welt.

Eine Hütte im Wald. Dort lebt der Zauberer Kotzmotz – ganz alleine. Er ist einsam, und eigentlich will er sich einen Freund suchen, aber es gelingt ihm nicht. Deshalb regt er sich auf und brüllt wütend herum. Kein Wunder, dass ihn niemand mag, alle Tiere den Atem anhalten und sich vor ihm verstecken. Selbst die Bäume zittern vor Angst.

Doch dann taucht eines Tages ein kleiner Hase vor dem Haus des Magiers auf. Und der ist hartnäckig, lässt sich von Kotzmotz‘ Tobsuchtsanfällen nicht abschrecken, freundet sich mit ihm an und gewinnt so nach und nach das Herz des Zauberers.

„Es entsteht eine schöne Freundschaft“, sagt Krisztina Horvath, ­Theaterpädagogin am ­Theater Trier. „Die beiden lernen voneinander, wobei der Zauberer mehr von dem Hasen lernt.“ Das kleine Tier stehe symbolhaft für Kinder. „Es hilft dem Erwachsenen, sich daran zu erinnern, wie es ist, nett zu sein, Freunde zu haben, das Glück zu finden.“

Vorlage für das Theaterstück „Kotzmotz, der Zauberer“, ist das Kinderbuch von Brigitte Werner. Für seine Inszenierung hat Regisseur Florian Schwartz einen neuen Einstieg kreiert, den er mit dem Team – Horvath sowie die Schauspieler Florian Burg (Kotzmotz) und Joshua Greif (Hase) – weiterentwickelt hat. Für Schwartz ist es nach „Pettersson und Findus“ das zweite Stück für die Kindersparte von T3 Kids, der Kooperation der Tufa und des Theater Trier. Für die Ausstattung ist erneut Martin Laiblin zuständig.

„Kotzmotz, der Zauberer“, eigentlich gedacht für Kinder von vier Jahren bis zur vierten Klasse, „ist ein echtes Familienstück geworden“, sagt Horvath. Die Theaterpädagogin bereitet mit Kita-Gruppen und Schulklassen das Stück vor und nach. Es enthalte viele allgemeine Weisheiten, für das Zusammenleben und wie man mit Angst und Wut umgehen könne. „Die Inszenierung hat auch Ratschläge für Erwachsene und Aha-Erlebnisse drin.“ Und sie verrät: „Es wird ein zauberhaftes Theater. Es geschehen Dinge, die man nicht erklären kann.“

Premiere  von „Kotzmotz, der Zauberer“ ist am Sonntag, 4. März, 16 Uhr, im großen Saal der Tuchfabrik in Trier. Weitere Termine: 11., 18. März, 11 und 16 Uhr, 25. März, 11 Uhr.
Karten gibt es ab 9 Euro bei der Theaterkasse Trier, Telefon 0651/718-1818. Termine für Gruppen sind 5. bis 7., 9. März, jeweils 10 Uhr und nach Vereinbarung.