Theatergeschichte(N): Jetzt gibt’s was auf die Ohren

Theatergeschichte(N): Jetzt gibt’s was auf die Ohren

Die Atmosphäre ist gespannt, wettkampfbetont. Barbara Ullmann und Tilmann Rose sitzen auf Barhockern in einem Bowling-Center.

Nicht zu vergleichen mit einem Box-Schuppen - das Bollern klingt tiefer als Faustschläge, die Flüche sind leiser, keine Schreie.
Doch die Stimmung passt. Eine ähnliche wollen die beiden Schauspieler heute, Mittwoch, 21 Uhr, im Rahmen der Portrait-Reihe ins Foyer des Theaters Trier zaubern. Mit dem zweiten Teil ihres Live-Hör-Schauspiels "Rocky", basierend auf dem Filmklassiker mit Sylvester Stallone. Der erste Teil endete im Februar mit der Ankündigung des Kampfs: "Jetzt geht's weiter", verspricht Rose. "Rocky trainiert, bekommt das Angebot. Und am Ende steht der Kampf." Und natürlich geht auch die Liebesgeschichte mit Adrian weiter.
Hinter den lockeren Sprüchen steckt viel Arbeit. "Man muss den Drehbuchtext komprimieren, Aspekte herausarbeiten", sagt Rose. Aus 95 Drehbuchseiten wurden 31. Und die beiden haben sich überlegt, wie sie welche Geräusche entwickeln. "Das ist das Lustige an der Arbeit", sagt Ullmann. "Wir haben viel ausprobiert. Und wir nutzen alles andere als große Kinomittel." Die Töne machen Alltagsgegenstände: Fürs Schreibmaschinengeklimper reicht ein Zollstock, für quietschende Reifen ein Luftballon. Die Klänge wiederholen und mischen sie live mit Loopmaschine und Sampler. Die verschiedenen Stimmen sprechen sie alle selbst, wobei Ullmann auch männliche Rollen übernimmt.
Die Idee zum Live-Hörspiel hatte Rose mitgebracht. "Ich habe so etwas Ähnliches in Mainz gemacht." Und als die Idee der Portraits aufkam, seine Kollegin gefragt, ob sie mitmacht. Für so einen Joke eignen sich nur Filme, die jeder kenne, sagt Rose, Filme, von denen jeder eine Vorstellung habe. "Rocky bietet dazu tolle Geräusche und spannende Figuren." Wer ihnen heute Abend zuschaut, wird zwei schwer beschäftigte Schauspieler sehen. Wer die Augen schließt, sich wie im Kinosessel fühlen.