Theatermaske 2019: Fünf Nominierungen für den Trierer Theaterpreis

Theater : Theatermaske 2019: Das sind die Nominierten

Aus allen Sparten des Trierer Theaters wurden Künstler für den Kulturpreis nominiert. Dass Intendant Langner nicht zu den Kandidaten zählt, hat einen besonderen Grund.

Schauspielerin Barbara Ullmann hat sie für ihre besonderen Leistungen am Trierer Theater schon bekommen genau wie Ex-Ballettchef Sven Grützmacher oder auch der langjährige Generalmusikdirektor Victor Puhl. Seit 2001 verleiht die Gesellschaft der Freunde des Trierer Theaters e.V. die „Thea­termaske“ – einen der wichtigsten Kulturpreise der Region. Nach einer mehrjährigen Pause wird es nun wieder spannend: Am 8. September geben die Theaterfreunde  im Rahmen der Spielzeitgala den Gewinner des Jahres 2019 bekannt.

Inzwischen steht fest, welche fünf Künstler für den mit 1000 Euro dotierten Preis vorgeschlagen wurden:

Stephanie Theiß: Die Schauspielerin und Sängerin, die unter anderem als Hilde Neumann in Blue Jeans oder als Lady Capulet in Romeo und Julia zu sehen war, wurde von Publikum und Theaterfreunden nominiert. Die „Allroundkünstlerin“ habe das Publikum begeistert und verwöhnt. „Starke Bühnenpräsenz, kann singen, tanzen, schauspielern, jodeln ...“, heißt es in den Begründungen. Theiß vereine Ausstrahlung, Bühnenpräsenz sowie darstellerisches und sängerisches Können auf höchstem Niveau.

Auch Ballettchef Roberto Scafati und sein Tanzensemble (Choreographie und Inszenierung von „Zorbas“, „Die Reise in die Hoffnung“, „Dornröschen“) gehören zu den Nominierten. „Er hat das Ballett in Trier wieder zugänglich und verständlich gemacht und mit viel erzählerischer Kraft in die Herzen der Theatergäste gebracht“, heißt es in den Begründungen. Das Ensemble habe eine wunderbar mitreißende und berührende Gesamtleistung gezeigt.

Der 1992 geborene Bariton Carl Rumstadt, der als Don Giovanni zu sehen war, als  Gardefeu in „Pariser Leben“ und als Sharpless in „Madame Butterfly“ gehört ebenfalls zu den Favoriten. Auszug aus Begründungen: „Ein phänomenaler Sänger, stimmlich und darstelle­risch großartig, der uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.“

Dimetrio-Giovanni Rupp, der Tausende Zuschauer als Tom in „Blue Jeans“ oder als Michael Minetti in „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ begeisterte, wurde wegen seiner Ausstrahlung, seiner Vielseitigkeit und seinem engagierten Einsatz für den begehrten Theaterpreis angemeldet. „Super schauspielerische Leistung“, heißt es in den Begründungen.

Chancen auf die Theatermaske hat nach so erfolgreichen Produktionen wie „Cats for Kids“ oder „Krach bei Bach“ auch der Kinder- und Jugendchor unter musikalischer Leitung von Martin Folz. „Die Auftritte garantieren ein volles Haus“, lautet eine der Begründungen. Der Chor wecke insbesondere bei Jugendlichen Begeisterung für das Theater und sei somit ein vorzüglicher Multiplikator. Martin Folz sei ein Meister der Motivation, „ein Musikvermittler, der wegweisende Impulse setzt“.

Alle Theaterbesucher konnten mitwirken und Vorschläge einreichen. Eine der fünf Nominierungen wurde vom Publikum gewählt, eine weitere von den Mitgliedern der Theatergesellschaft, drei weitere das Kuratorium. Wer die Theatermaske nun bekommt, hat das Kuratorium bereits entschieden. Verkündet wird die Wahl jedoch erst am Sonntag. „Theater ist weit mehr als Bühnenarbeit, es ist kulturelle Bildung für alle Generationen, ist eine gesellschaftliche Bereicherung und Lebensqualität in unserer Stadt,“ betont Hiltrud Zock, die Vorsitzende der Theatergesellschaft.

Als „sehr sympathische Geste am Rande“ beschreibt sie, dass etliche Theaterfreunde und viele Besucher  Intendant Manfred Langner für die Theatermaske vorgeschlagen hatten. Dieser habe das Publikum in kürzester Zeit zurück ins Theater gebracht und eine harmonische Atmosphäre unter den Theaterleuten geschaffen. Sein Verdienst sei, dass das Theater mit allen drei Sparten und einem tollen Team wieder in ruhigem Fahrwasser sei – und das für alle Altersgruppen.

„Der publikumsfreundliche Spielplan, das Engagement an vielen Stellen in der Stadt und die hervorragenden Leistungen in allen Ensembles haben wieder Freude am Theater geschaffen.“

Roberto Scafati. Foto: TV/Marco Piecuch
Carl Rumstadt. Foto: Marco Piecuch
Dimetrio-Giovanni Rupp. Foto: TV/Theater Trier
Martin Folz. Fotos: M. Piecuch, F. Vetter, Theater. Foto: Friedemann Vetter

Dass Langner nicht nominiert wurde, hat einen besonderen Grund: Der Intendant bat laut Hiltrud Zock darum, dass der Theaterpreis ausschließlich in seinem Team vergeben werden solle.

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