Theaterstück „Türkisch Gold“ von Tina Müller hat am 22. Januar 2020 in Trier Premiere

Jugendtheater : 17 Charaktere – gespielt von zwei Personen

Im Theaterstück „Türkisch Gold“ switchen die beiden Schauspieler in Sekundenschnelle in verschiedene Rollen.

Jonas (16) hat sich in  die 15-jährige Aynur verliebt, die Schulkameradin seiner besten Freundin Luiza. Die ist wenig begeistert. Immerhin ist Aynur Türkin – und das kann doch nur Probleme im gesamten sozialen Umfeld geben, oder? Im Theater Trier hat Tina Müllers Stück „Türkisch Gold“, das 2006 unter dem Titel „Schweiz küsst Türkei“ in der Schweiz uraufgeführt wurde, am 22. Januar auf der Studiobühne Premiere. 60 Besucher können von zwei Seiten die Handlung hautnah verfolgen. „Wir hoffen, dass es was im Zuschauer auslöst, wenn er quasi mitten im Geschehen ist“, sagt Agnes Otto. Für die 31-Jährige ist das Jugendstück die erste Regiearbeit am Theater Trier. Ganz unerfahren ist sie allerdings nicht. Als Regieassistentin konnte sie bereits viel Theatererfahrung sammeln, außerdem war sie bei „Das Tier von Trier“ verantwortlich für die szenische Einrichtung.

Bei „Türkisch Gold“ kommen insgesamt 17 Charaktere vor, die das Publikum teils humorvoll, teils berührend auch mit  seinen eigenen Klischees und Vorurteilen konfrontieren. Doch nur zwei Schauspieler  verkörpern all diese Personen. Dabei gibt es kaum Abgänge, komplette Kostümwechsel finden nicht statt. „Die Schauspieler sind die ganze Zeit auf der Bühne“, so Agnes Otto. Kleine Gesten, veränderte Körperhaltung, Lichtwechsel und das An- oder Ablegen eines einzelnen Kleidungsstücks müssen reichen, um dem Publikum zu zeigen, dass Personen und Szene wechseln. Dass den beiden versierten Schauspielern, Martin Geisen und Davina Donaldson (Jahrgang 1987 und 1988), das gelingt, davon ist Agnes Otto überzeugt. „Darüber mache ich mir keine Sorgen, auch sollte man das junge Publikum nicht unterschätzen.“

Ist das Stück eher Drama oder Komödie? Otto findet es schwierig, es in eine Kategorie einzuordnen. Es gebe fröhliche und ausgelassene Szenen, aber auch berührende und stille Momente. „Wir arbeiten uns an allen Seiten mit Klischees ab, aber wir kommen nicht mit dem Zeigefinger“, betont sie. Vor allem ginge es um die Frage, was es mit einer Freundschaft zwischen zwei Menschen macht, wenn eine dritte Person hinzukommt. „Denk mal drüber nach!“, sollen sich die Besucher des Stücks, das für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geeignet ist, nach den rund 60 Minuten sagen, wünscht sich die Regisseurin. Bis jetzt sind neun Vorstellungen geplant, davon sechs für Schulklassen. Agnes Otto betont, dass sich die Inszenierung an Erwachsene und Jugendliche richtet.

Karten gibt es online auf www.theater-trier.de, unter der Mail-Adresse theaterkasse@trier.de sowie unter Telefon 0651/ 718-1818.