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Thomas Metz zu den Antikenfestspielen - Den Blick auf das Ganze wahren

Thomas Metz zu den Antikenfestspielen - Den Blick auf das Ganze wahren

Im Mai 2000 stellte das Kulturministerium Rheinland-Pfalz unter dem Titel "Antike Erlebniswelt Trier" erstmals eine konzeptionelle Überlegung zur Steigerung der Wahrnehmung und Attraktivität der staatlich verwalteten Trierer Römerbauten vor.

Neben einer denkmalverträglichen und spannenden Präsentation und Vermittlung lag ein Schwerpunkt auf der Erschließung der antiken Stätten für kulturelle Aktivitäten.

Das Konzept wurde seinerzeit von der Medienfabrik Trier im Auftrag und in Zusammenarbeit mit "Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz" erstellt.

Veranstaltungen, die die Stätten für ein breites Publikum - Touristen wie Einheimische - öffnen und Emotionen schaffen, waren dabei von Anfang an ein wichtiges Element. Die Antikenfestspiele waren seinerzeit bereits eine eingeführte Veranstaltung und eine feste Größe bei allen konzeptionellen Überlegungen. Mittlerweile haben sich mit dem Römerspektakel "Brot und Spiele" und den erfolgreichen Schauspielführungen wie etwa "Gladiator Valerius" weitere populäre Schwerpunkte etabliert, und die Öffnung für kommerzielle Anbieter ist erfolgt.

Leider zeigt sich in der Praxis, dass schon ein reibungsloses Nebeneinander als Erfolg gewertet werden muss - das Nebeneinander verschiedener Veranstaltungen, ebenso wie das Nebeneinander von Veranstaltungen und "normalem" touristischen Betrieb. Aus dem Nebeneinander muss aber ein stärkeres Miteinander werden!

Die Konstantin-Ausstellung hat gezeigt, wie die Antike als Thema in Verbindung mit der Aura des Ortes und dem Zusammenwirken unterschiedlicher Partner und Träger zum Erfolg geführt werden kann.

Ziel muss es daher sein, eine weitergehende Gesamtkonzeption für die kulturelle Bespielung der Welterbestätten zu entwickeln. Dies betrifft sowohl den kulturellen Rahmen, in den die einzelnen Aktionen eingebunden sind, als auch mögliche Synergien im wirtschaftlichen Handeln. Planungssicherheit ist zu schaffen, sowohl in Hinblick auf die städtebaulichen, nutzungsrelevanten Vorgaben als auch auf die Infrastruktur.

Die Antikenfestspiele sind ein wesentlicher, unverzichtbarer Baustein in einer solchen Gesamtkonzeption.

Sie muss getragen werden von der Begeisterung aller Akteure, wie auch der Trierer Bürgerinnen und Bürger. Dies ist Grundvoraussetzung für jede erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit.

Der finanzielle Rahmen wird immer die künstlerischen Möglichkeiten der Antikenfestspiele bestimmen und damit sicherlich auch ihren Einzugsbereich. Gegeben ist die unvergleichliche Aura der Orte, die es sowohl aus inhaltlicher, aber ganz besonders aus gestalterischer Sicht zu inszenieren gilt. Dies betrifft nicht nur die Antikenfestspiele, aber ganz besonders diese. vk/dr

Thomas Metz

Thomas Metz, 54, ist seit vergangenem Jahr Chef der neu gegründeten Generaldirektion Kulturelles Erbe, in der Kulturerbestätten, Museen und Denkmalschutz auf Landesebene zusammengefasst worden sind. Zuvor war der Diplom-Ingenieur als Leiter von "Burgen, Schlösser, Altertümer" ein maßgeblicher Initiator der Wiederbelebung der antiken Stätten in Trier.

Serie "was wird aus den Antikenfestspielen"